Und was bringt die Taz an Neuigkeiten?

A) BEMERKENSWERT

NRW-Grüne misstrauen Steinbrück„Rückkehr des Untoten (10.10.12) Die NRW-Grünen haben keine guten Erinnerungen an Ex-Ministerpräsident Peer Steinbrück. Von einer Ampel wollen sie schon gar nichts wissen.

Kommentar hhh: Nunja, Steinbrück ist bei der nächsten Wahl wohl eher Zählkandidat. Eine ökolinke Wende INNERHALB der SPD dürfte so oder so noch mindestens eine Jusogeneration auf sich warten lassen. Man kann nur hoffen, dass der Kandidat das auf die eine oder andere Weise beschleunigt.

Billige Früchte aus Fernost – Brechobst made in China (09.10.12) Rund 80 Prozent aller in Nahrungsmitteln verarbeiteten Erdbeeren stammen aus China. Auch andere Frucht- und Gemüsesorten kommen oftmals aus der Volksrepublik. (…) Eine Tonne chinesischer Erdbeeren sind bereits für rund 600 Euro zu bekommen, sagt ein Mitarbeiter eines bekannten deutschen Marmeladenherstellers. Deutsche Erdbeeren würden mehr als das Dreifache kosten, spanische Erdbeeren mehr als das Doppelte. (…) Insgesamt 37 Prozent der weltweiten Obst- und Gemüseproduktion stammen mittlerweile aus dem Reich der Mitte, schätzt das entwicklungspolitische Magazin Südwind.(…) Unabhängige Kontrollen fehlen vielfach. Die amtlichen Inspektoren drücken zudem oft ein Auge zu.(…) Bei den Obstanbauern handle es sich häufig um Kleinbauern, die sich qualitativ hochwertige Düngemittel nicht leisten könnten und daher die Fäkalien ihrer Tiere nutzen. Angesichts der vielen Kleinlieferanten sei es nicht einmal für die chinesischen Zwischenhändler nachvollziehbar, von wem sie welche Früchte bekommen haben.

Kommentar hhh: Zeigt die Notwendigkeit eines weltgemeinschaftlichen Nachhaltigkeitsmanagement – und wie utopisch dieser Gedanke vorerst ist.

Umfeld des Neonazitrios – Die Hundertschaft des NSU (09.10.12) Laut einer geheimen Liste rechnen die Sicherheitsbehörden inzwischen genau 100 Menschen zum Umfeld des Zwickauer Terrortrios – darunter fünf langjährige V-Leute.

Kommentar hhh: Sorgen macht die Vorstellung, es könnten auch in Deutschland einmal (wieder) Zeiten für Todesschwadronen als Mittel der Herrschsicherung geben – und Thinktanks, in denen über so etwas ernsthaft nachgedacht wird.

Neues Buch von Richard Sennett -„Wir müssen Tribalismus vermeiden“ 09.10.12) Kapitalismus befördert Tribalismus. Geheimabsprachen unter Bankern sind destrukive Formen der Kooperation. Ein Gespräch mit dem Soziologen Richard Sennett.

Kommentar hhh: Nunja, auch wenn im Sinne sozialer Emanzipation sicher richtig ist, Empathie über Sympathie zu sehen. (Sympathie bedeutet allerdings auch nicht unbedingt Unfreiheit). Wer über Vergemeinschaftungssprozesse und deren widersprüchliche Formen und Ersheinungen philosophiert sollte dies explizit in Hinsicht auf die Herausforderung  „nachhaltige Entwicklung“ tun. Sonst wirds todlangweilig und es kommern am Ende doch wieder Dogmen zum Eunsatz wie dass wir (?) JEGLICHEN Tribalismus vermeiden müssen.

Welthungerreport der UN -Jeder Achte ist unterernährt (09.10.12) Die Zahl der Hungernden ist weltweit gesunken. Der Anteil der unterernährten Menschen an der Weltbevölkerung ging damit von 18,6 Prozent auf 12,5 Prozent zurück. Aber seit 2007 stagniert der Rückgang deutlich. Noch immer sind fast 870 Millionen Menschen betroffen. (…) Jeder achte Mensch auf der Welt ist unterernährt – aber die Zahl der Hungernden ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten um 132 Millionen auf 868 Millionen gesunken.  (…) „Es ist alarmierend, dass weltweit die Entwicklung seit 2007 stagniert“, sagte David Hachfeld, Handelsexperte der Hilfsorganisation Oxfam. Ursachen dafür seien unter anderem Klimawandel und Landraub, der durch die gestiegene Nachfrage nach Biosprit forciert werde. „Wer den Hunger bekämpfen will, muss die Kleinbauern vor Ort unterstützen.“

Altmaiers Stromsparkonzept -„Naiv“ und nichts als „Scheinmanöver“ (09.10.12) Altmaier will durch Beratungsangebote Energiekosten für Geringverdiener zu senken. Opposition und Verbände sehen wenig Sinn in der Initiative des Umweltministers. (…) Mit Blick auf die voraussichtlich steigende EEG-Umlage kritisierte Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverbandes im Hamburger Abendblatt: Ohne Ausgleich für Niedriglohnbezieher oder Familien in Hartz IV würden „schlicht noch mehr Menschen ihren Strom künftig nicht mehr bezahlen können“. Die Zahl der Stromnotfälle werde „weiter explodieren“.

Befund zu radioaktiver Strahlung – Die kubanische Mädchenlücke (07.10.12) In Kuba wurden nach dem Super-GAU von Tschernobyl ungewöhnlich viele Jungen geboren. Grund seien radioaktiv belastete Lebensmittelimporte aus der Sowjetunion

Plastikmüll beim Einkauf – Allet Jute imma inne Jutetasche (07.10.12) 5,3 Milliarden Plastiktüten gehen pro Jahr über die Ladentheken. Umweltschützer fordern ein Umdenken – und mehr Jutetaschen.

CO2-Emissionen gesunken Sauberer Verkehr in der Luft (04.10.12) Ein Fluggast verbrauchte 2011 im Schnitt 3,92 Liter Sprit auf 100 Kilometer. Die CO2-Emissionen sind seit 1990 trotz erhöhter Verkehrsleistung um 14 Prozent gesunken.

Kommentar hhh. Schön und gut. Reicht aber bei weitem nicht.

Thatchers Erben wollen den Staat ohne Gesellschaft – Philipp Röslers Nachtgebet Kommentar von Georg Seesslen (10.10.12)

B) BAD NEWS

Elfte UN-Artenschutzkonferenz – Jetzt fehlt nur noch das Geld (08.10.12) Die UN-Artenschutzkonferenz in Indien sucht nach Finanzquellen. Die gewünschten 40 Milliarden Dollar pro Jahr für den Naturschutz sind nicht in Sicht. (…) Wo das Geld herkommen könnte, weiß Hubert Weiger, der Chef des Bundes für Umwelt und Naturschutz BUND: „Durch den Abbau umweltschädigender Subventionen können Gelder in den Schutz der biologischen Vielfalt fließen.“ Die Reduktion der Subventionen für das Verbrennen von Öl, Kohle und Gas kosten jährlich weltweit mehr als 500 Milliarden Dollar. Doch dass dies gelingt, darf bezweifelt werden.

Kommentar hhh: Für den Abbau umweltschädlicher Subventionen lohnt es sich in vielerlei Hinsicht zu streiten. Aber am Ende wird man um die Internationalisierung von Ökosteuern, d.h einer ökologischen Reform der WTO nicht herum kommen.

Korallensterben in Australien -Semi-Great Barrier Reef (03.10.12) Das Great Barrier Reef hat seit 1985 die Hälfte seiner Korallen verloren. Die australische Regierung räumt schwere Versäumnisse beim Schutz des Naturwunders ein.

Urteil in Argentinien – Vergewaltigte darf nicht abtreiben (10.10.12) Eine argentinische Richterin hat ein skandalöses Urteil gesprochen: Einem 32-jährigen Vergewaltigungsopfer wird die Abtreibung untersagt.

C) GOOD NEWS

Brennstoffzellen-Kraftwerk in Aachen – Erstes „virtuelles Kraftwerk“ am Netz (03.10.12)15 Stadtwerke und Regionalversorger schließen sich erstmals zu einem virtuellen Kraftwerksverbund zusammen. Das ist ein Meilenstein der Energiewende.

Die Einigung zur Finanztransaktionssteuer zeigt, dass die Bankenlobby besiegbar ist -Ein Kampf, der Mut macht Kommentar von Malte Kreutzfeldt (9.10.12) So lange geht der Streit über die Steuer auf Finanzgeschäfte schon, dass es bisweilen schwerfällt, den Überblick zu behalten zwischen all den Durchbrüchen und Rückschlägen. Doch die jüngste Einigung von elf EU-Staaten, die Steuer nun gemeinsam einzuführen, ist ein wirklich wichtiger Schritt nach vorn.

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Und was bringt die Taz an Neuigkeiten?

A) BEMERKENSWERT

1.) Der neue Umweltminister Altmaier bietet die Chance für einen Neubeginn – Ende einer missglückten Zweckehe (Kommentar von Malte Kreutzfeldt

Anm. hh: Durch Norbert Röttgen bin ich nie wirklich durchgestiegen.Mehr und mehr schien mir dem Ex-SPD-Chef Rudorf Scharping ähnliche zu werden, dem einstigen Symbol für politische Inhaltsleere mit Kanzlerambitionen. Was treibt einem Umweltminister, im Rio+20 Jahr mal eben nebenbei NRW-Ministerpräsident werden zu wollen und als „Wahlkampfschlager“ neben neoliberalen Luftblasen („Bürokratieabbau“)  eine Erhöhung der Kilometerpauschale zu fordern. (Sogar Wolfgang Schäubele hatte sich darüber öffentlich gewundert).

MK kommentiert:

Norbert Röttgen hat die hohen Erwartungen nie erfüllt, die seine Intelligenz, sein Machtinstinkt und seine Nähe zur Kanzlerin einst geweckt hatten. Wie seine Amtsvorgänger Angela Merkel und Sigmar Gabriel wollte er den Posten des Umweltministers zwar gern als Karrieresprungbrett nutzen – allerdings ohne sich auf das Thema wirklich einzulassen.

Röttgen verkaufte die Verlängerung der AKW-Laufzeiten ebenso als Erfolg wie später die Verkürzung. Er hielt auf Klimakonferenzen wohlklingende Reden und bremste zu Hause die Energiewende. Und aus Angst vor Kritik stellte er dabei den Sachverstand im eigenen Ministerium kalt.

Die größte Enttäuschung war aber Röttgens Durchsetzungsschwäche. Wenn er denn doch mal für die richtigen Ziele einstand, etwa beim Kampf für mehr Energieeffizienz oder bei der Verteidigung der erneuerbaren Energien, dann scheiterte der vermeintlich so strategische und vernetzte Norbert Röttgen ein ums andere Mal an der siechenden FDP oder am Wirtschaftsflügel der eigenen Partei. Seine Entlassung ist darum das begrüßenswerte Ende einer Zweckehe, die nie wirklich funktioniert

Dass der vom Taz-Kommentator als neuer Hoffnungsträger vorgestellte Peter Altmaier wirklich ein Gewinn ist, muss allerdings bezweifelt werden. Die Linke und Vorsitzende des Umweltausschusses, Eva Bulling-Schröter warnt:

„Röttgens designierter Nachfolger Peter Altmaier hat sich bislang nicht gerade durch Aktivitäten in der Umweltpolitik hervorgetan. Bei seinem einzigen Auftritt im Umweltausschuss ging es ihm darum, die erklärteLaufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke durchzupeitschen.“

B) BAD NEWS

1.) Frankfurt blockiert und räumt (17.5.12) Nach friedlichen Protesten trägt die Polizei am Abend hunderte Demonstranten vom Römerberg. Szenen wie zuletzt am Stuttgarter Bahnhof.

2.) Knechte für die Dschungel-Köhlereien – Greenpeace enthüllt, wie deutsche Firmen indirekt zur Abholzung des Regenwaldes in Brasilien beitragen. Die Staatschefin bekommt ein Imageproblem.

3.)  „Ein Frankenstein-Projekt“ (26.4.12) Ein höchst umstrittenes Waldgesetz ist vom brasilianischen Parlament gebilligt worden. Es begünstigt die Agrarlobby. Umweltschützer kritisierten die Entscheidung.

4.) Rheinmetall konzentriert sich auf die Rüstung – Dicke Knarren überrollen schnelle Karren (17.5.12) Rheinmetall legt sich auf das Waffengeschäft fest, die Autosparte will die Firma abstoßen. Die Kritische Aktionärin Kerschgens kritisiert den Bau einer Panzerfabrik in Algerien.

5.) Treibhausgas aus trockengelegten Mooren – Im Klimasumpf von Borneo (13.5.12) Umweltschützer versuchen, in einem Nationalpark Moore vor dem Austrocknen zu bewahren und Wälder aufzuforsten. In der Nähe wird weiter abgeholzt und entwässert.

6.) Staudammbau in Brasilien – Kahlschlag mit deutscher Hilfe (12.5.12) Seit Jahresbeginn rollt im Gebiet um den geplanten Staudamm Belo Monte in Amazonien schweres Gerät – aus Deutschland. Filmemacher Martin Keßler will wachrütteln

7.) Eisrutsch in der Antarktis droht – Unverwundbare Platte löst sich auf (10.5.12) Der Klimawandel setzt der Antarktis wohl doch stärker zu als bisher angenommen. Deutsche Forscher warnen, dass die zweitgrößte Schelfeisfläche der Region rapide schmelzen wird.

8.) Emission kostet hunderte Millionen – Dicke Luft kommt teuer (10.5.12) Schäden an Gesundheit und Umwelt kosten in der EU jährlich mindestens 100 Milliarden Euro. Bei den großen Verschmutzern sind deutsche Kohlekraftwerke vorn dabei.

Protestaktion von Rettet den Regenwald

Der Konzern Cargill verkauft Palmöl aus der Regenwald-Vernichtung auf Sumatra, wo die letzten Orang-Utans leben.

Damit beteiligt sich der multinationale Konzern an der Zerstörung des womöglich wichtigsten Regenwald-Gebiets der Erde. Nur hier leben die gefährdeten Menschenaffen zusammen mit seltenen Tigern, Elefanten und Nashörnern. Aufgrund von Profitgier könnten sie bald alle den Flammen zum Opfer fallen. Denn für Palmöl wird ihr letzter Lebensraum gerodet.

Etwa 100 Orang-Utans sind bereits elendig im Feuer umgekommen, das berichten Umweltschützer vor Ort. Bis Ende 2012 könnten sie sogar ganz aussterben, wenn die Rodungen fortgeführt werden.

Der multinationale Konzern Cargill ist einer der größten Palmöl-Importeure – auch hier nach Deutschland. Er handelt geschätzte 25 Prozent des weltweiten Palmöls. An seinem Hamburger Standort Harburg betreibt Cargill Fettraffination. Aus dem Rohstoff Palmöl werden dann u.a. Margarine, Emulgatoren und Kerzen hergestellt.

Mehr Infos: Cargill und der Rohstoff Palmöl

Bitte schreiben Sie der Geschäftsführung von Cargill und fordern Sie sie dazu auf, die Orang-Utans zu schützen statt sich an ihrer Ausrottung zu beteiligen.

Und was bringt die Taz an Neuigkeiten?

A) BEMERKENSWERT

1) Kreuzfahrtschiffe und die Umwelt -Boom-Branche mit Schmuddel-Image (16.01.12)Für den Tourismus sind Kreuzfahrten die Erfolgsstory der letzten Jahre – 5,5 Millionen Europäer machten 2010 eine. Für die Umwelt sind sie eine Katastrophe.

„Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die Umweltbelastung durch Schiffe zu reduzieren, etwa Umstieg vom Schweröl auf umweltfreundlicheres Dieselöl. Aber laut Nabu verweigern die Konzerne aus Profitgier die Verwendung von Schiffsdiesel und den Einbau von Abgastechnik. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation stößt ein einziger Ozeanriese auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Autos auf der gleichen Strecke. Und die Bilanz in puncto Treibhausgas? Nach übereinstimmenden Studien steuert die Seeschifffahrt 2,7 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen bei – ungefähr so viel wie der viel gescholtenen Flugverkehr. Daher plant die EU, den Emissionshandel in Zukunft auch auf den Schiffsverkehr anzuwenden.“

Anm. hh: Wie diese Form der Erholung vom Arbeitsleben bzw. des Stillens von Erlebnishunger wohl auf Weltkonferenzen vereinigter Völker verhandelt würde, die Richtlinien eines globalen Nachhaltigkeitsmanagements auszuarbeiten und das danach Ausprobierte zu evaluieren hätten?

2.) Südtunesien Wüste, Palmen, schroffe Berge (14.01.12)  In der entwicklungsschwachen Region des Dahar-Gebirges soll Tourismus Arbeitsplätze schaffen. 50 Prozent der Arbeitssuchenden sind Frauen mit guter Ausbildung.

3.) Syrischer Autor über Hafterfahrungen – „Die Syrer geben wirklich alles“ (15.01.12) Der Kampf für Freiheit, die Angst, das Gefängnis: Der syrische Autor Mohammad al-Attar dokumentiert die Gegenwart und lässt Menschen von Gewalt berichten.

B BAD NEWS

1.) Folgen des Klimwandels in Kanada -Massensterben von Robbenjungen (5.01.12) Das Meereis vor Kanadas Küsten wird deutlich dünner. In Folge sterben immer mehr Sattelrobben, weil ihnen das Eis buchstäblich unter den Flossen wegschmilzt

2.) Energiewende schlecht für Naturschutz -Öko bedroht Bio (15.01.12) Umweltschützer schlagen Alarm, weil die geplante Energiewende den Naturschutz und die Artenvielfalt bedrohe. Dadurch werde der Raubbau im Wald vorangetrieben.

Anm. hh: Wichtige Einwände, die gut zu wissen! Wüsste übrigens auch gern, ob Renate Künast  schon irgendwo Selbstkritisches geäußert hatte ob ihrer eistigen Bio-Kraftstoff-Euphorie.

Die Zwischenürschrift „Öko ist nicht gleich Bio“  hätte sich B. Pötter allerdings sparen sollen. Der Unsinn schafft nur Verwirrung. Mit „ökologisch“ in einer inhaltlich, normativen Bestimmung ist ja grad auch die aktive Rücksichtnahme  auf Naturschutzbelange gemeint, und wo das nicht geschieht, kann und muss auf diesen Widerspruch aufmerksam gemacht werden so dass es heißen müsste: „Öko“ ohne Ökologisierung des „Bio“ wäre kein „Öko“. Oder halt: „Bio ist nicht immer öko(logisch)!“ Es sei denn, es geht um die Charakterisierung von Lebensmittteln, wo der Begriff „Bio“in dem Sinne  geschützt wurde, dass bestimmte ökologische Mindeststandards  erfüllt sein müssen. Die Frage ist, ob dies auf Nicht-Lebensmittel ausgedehnt werden solllte? Dafür spricht die Verwirrrung grad beim Thema Biofuel, aber vielleicht wäre die Bezeichnung „Öko-Bindestrich“ (z.B. für Öko-T-Shirts)  präziser.

C) NOT SO BAD

1.) Erfolgreicher Ortsverband verlässt FDP „Gute Arbeit ohne gelbes Label“ (16.101.11) Die FDP Treuenbrietzen war mit einem Wahlergebnis von 34 Prozent bisher einer der erfolgreichsten Ortsverbände. Nun ist er fast vollständig ausgetreten.

Anm.hh: Dazu passend die neuen Poltereien des neuen FDP Marschinisten Westerwelle (Taz vom 15.1.11) :

Die Linkspartei stehe für „den Schießbefehl“, die Grünen für „Bevormundung“. Das von deren NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens angepeilte Rauchverbot in der Gastronomie führe „in eine Besserungsanstalt, nicht in eine freie Gesellschaft“.

WEITER SO! Gestern noch stand die FDP am Abgrund. Heute ist sie bereits einen Schritt weiter.

2.) Sayonara, Atomkraft (16.01.11) In Japan treffen sich 10.000 Anti-AKW-AktivistInnen aus aller Welt. Die japanische Bewegung hat viel Zulauf und Zuspruch und will sich besser vernetzen

Protestaktion gegen Unilever

Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG von Rettet den Regenwald, ROBIN WOOD und Watch Indonesia

Regenwaldschützer und Palmölopfer aus Indonesien protestieren seit heute Morgen vor der Deutschlandzentrale des Unilever-Konzerns in der Hamburger Hafencity. Vor dem Eingang haben sie Transparente entrollt und eine provisorische Hütte errichtet. Unterstützt werden sie von AktivistInnen der Organisationen ROBIN WOOD, Rettet den Regenwald und Watch Indonesia. Gemeinsam fordern sie, den Landraub für Palmöl und die Zerstörung von Wäldern für Palmöl-Monokulturen zu stoppen. Unilever verwendet das Palmöl für seine Markenprodukte wie Rama-Margarine. Als einer der größten Palmöl-Verbraucher weltweit ist Unilever maßgeblich mitverantwortlich für das Desaster in den Tropen.

 

Unter den neun indonesischen Protestierenden sind auch Ida, Bidin und ihr einjähriger Sohn aus Sumatra. Die Familie gehört zu den Indigenen der Suku Anak Dalam. Sie fordert Land zurück, das ihnen der Unilever-Lieferant Wilmar geraubt und für eine Palmölplantage kahl geschlagen hat. Ihr Dorf Sungai Buayan sowie zwei weitere Siedlungen, die jetzt inmitten von Plantagen liegen, wurden im August dieses Jahres von Paramilitärs und Einsatzkräften der Wilmar-Tochter Asiatic Persada zerstört. Die Polizisten schossen um sich und walzten die Häuser nieder. „Sie wollen, dass wir hier weggehen“, klagt Ida. „Doch wie können wir unsere Ahnen verlassen? Wir wollen das Land zurück, das uns die Palmölfirma gestohlen hat.“ „Wilmar muss büßen und für unser Leid zur Rechenschaft gezogen werden. Niemand darf mehr vertrieben werden“, fordert Bidin.

Auch auf Borneo hat der Unilever-Lieferant Wilmar riesige Waldflächen in eine Palmöl-Wüste verwandelt. „Menschen, die sich dagegen wehren, werden kriminalisiert und mit Gefängnisstrafen überzogen“, berichtet Nordin von der Organisation Save our Borneo. Unilever weiß um die verheerenden Zustände bei seinem Lieferanten Wilmar, der in Hunderte Landraub-Fälle in Indonesien verwickelt ist und dort die letzten Regenwälder zerstört – und kauft dennoch weiter bei Wilmar. Gegenüber seinen KundInnen gibt sich Unilever als grünes Vorzeigeunternehmen. Ab 2015 werde das Unternehmen weltweit nur noch nachhaltiges Palmöl verwenden, verspricht Unilever. Als Nachweis dafür soll das RSPO-Siegel gelten. Der RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) ist jedoch von der Industrie dominiert.

Die Profiteure des Raubbaus, Unilever und Wilmar, sitzen im Vorstand des RSPO. Dementsprechend lasch sind die Standards. So darf für das als nachhaltig deklarierte Palmöl weiterhin Wald in industrielle Monokulturen umgewandelt werden. Selbst giftige Agro-Chemikalien wie das Totalherbizid Paraquat dürfen verwendet werden. Und Unternehmen, die wie Wilmar mit Gewalt gegen die Einheimischen vorgehen, können den RSPO für ihr Greenwashing benutzen. „Die Täter bescheinigen sich selbst, wie nachhaltig sie wirtschaften. Das wird ihnen schon bald niemand mehr glauben. Nachhaltiges Palmöl bei Unilever ist eine Lüge“, sagt Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent von ROBIN WOOD.

„Wir wollen erreichen, dass Unilever seinen Kunden ab sofort keine Palmölprodukte aus Raubbau mehr verkauft und sich von seinem Lieferanten Wilmar trennt.“ Kontakt:  ROBIN WOOD, Peter Gerhardt, 01577 / 78 288 25, Ute Bertrand, 0171 / 835 95 15 Rettet den Regenwald, Christiane Zander, 0170 / 96 66 431 Für Interviews mit Mitgliedern der indonesischen Reise-Delegation können Sie sich gern an uns wenden.Ein aktuelles Interview mit Bidin sowie viele weitere Infos finden Sie auf den Homepages von Rettet den Regenwald und ROBIN WOOD: www.regenwald.org und www.robinwood.de/palmoel Das Filmmaterial stellen wir Ihnen auf Anfrage gern zur Verfügung.   Rettet den Regenwald e. V. Jupiterweg 15 22391 Hamburg 040 4103804 info@regenwald.org http://www.regenwald.org Facebook: http://www.facebook.com/rettetdenregenwald Twitter: http://twitter.com/RettetRegenwald

Auch Nestlé ist beteiligt.

Avaaz.org: 24 Stunden zur Rettung der Demokratie

In 24 Stunden könnten unsere Politiker einen erschreckenden Merkel/Sarkozy-Plan durchwinken, das unser Recht, gute Wirtschaftspolitik zu wählen, abschaffen würde. Doch gemeinsam können wir unsere Politiker davon abhalten, unsere Demokratie und unsere Jobs zu zerstören.

Von Banken in Panik versetzt wollen die Regierungen Europas nun unsere Verfassungen und den EU-Vertrag ändern, damit wichtige Sozialausgaben permanent verboten werden könnten. Es ist verrückt: In den 1930er Jahren erlaubten genau solche Ausgaben Europa und den USA, der Großen Depression zu entkommen. Europa muss Stärke zeigen und die Banken regulieren, anstatt den Regierungen um der Banken willen die Hände zu binden.

Wir leben in einer Demokratie — Europas Politiker sollten diesen Plan darum nicht einfach unter sich ausmachen können; sie müssen Lösungen finden, die die Zustimmung der Bürger und unserer Parlamente haben. Uns bleiben nur 24 Stunden, um unsere Demokratien vor diesem Angriff zu schützen — ein massiver Ruf der Empörung von uns heute kann die Politiker dazu bringen, die Demokratie zu stärken, Banken zu regulieren, sich gegen den strengen Sparkurs zu stellen und in unsere Zukunft zu investieren. Sobald wir 100.000 Unterschriften erreichen überreichen wir unsere Forderungen beim morgigen Treffen an die Politiker und die Medien. Klicken Sie auf den Link um zu unterzeichnen und erzählen Sie es weiter:

http://www.avaaz.org/de/democracy_trumps_austerity/?vl

Der Merkel/Sarkozy-Plan verbietet Regierungen eine Finanzierung durch Staatsverschuldung von mehr als 3% des BSP. Doch dies ist gängige Praxis für fast alle Regierungen und notwendig, um in harten Zeiten die Wirtschaft anzukurbeln. Es stimmt, dass einige Länder der Eurozone dabei zu weit gegangen sind und deutlich zuviele Ausgaben gemacht haben, und Europa muss verhindern, dass dies wieder passiert. Doch die für Europa wichtigen Wirtschaftsentscheidungen müssen von starken, demokratischen und verantwortlichen Institutionen getroffen werden, anstatt uns während einer Wirtschaftskrise aufgedrückt zu werden. Selbst Deutschland hat wiederholt gegen seine eigenen Versprechen, Schulden und Defizit einzugrenzen, verstoßen. Diese Versprechen zu halten hätte die Situation in schwierigen Zeiten nur noch schlimmer gemacht.

Die Banken, die Staatsanleihen kaufen und den Markt beruhigen könnten, haben bereits drei europäische Regierungen gestürzt — dabei sollte es bleiben. Wenn Deutschland es zulässt, könnte die EZB das tun, was andere Zentralbanken tun: intervenieren um Staatsanleihen zu garantieren und den Märkten die Stirn zu bieten. Da Italien nichtmal bankrott ist, könnte die Bank daran sogar Gewinn machen. Wenn die EZB Zeit kauft kann die EU einen vernünftigeren und demokratischeren Weg aus der gegenwärtigen Krise finden. Einige der Vorschläge von Merkel und Sarkozy — zum Beispiel eine Spekulationssteuer — gehen in die richtige Richtung. Ein neuer Plan sollte genau darauf aufbauen.

Es geht ums Überleben des europäischen Wohlfahrtsstaats, der für unsere zentralen Werte steht und bei Rezessionsgefahr unsere Wirtschaft stabilisiert. Sollten diese Woche die neuen Verfassungen und Verträge beschlossen werden, müssten sich einige Regierungen einem Referendum oder einer Abstimmung im Parlament stellen, aber viele würden die Änderungen einfach übernehmen. Das würde bedeuten, dass viele unserer Regierungen noch weiter bei Arbeitslosenversicherungen, Renten und im Gesundheitswesen sparen würden, was uns wiederum tiefer in die Rezession treiben würde. Es ist offensichtlich: Wir müssen Nein sagen — für den Schutz unserer Demokratien, unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft. Unterzeichnen Sie die Petition:

http://www.avaaz.org/de/democracy_trumps_austerity/?vl

Man kann sich über die beste Art und Weise zum Schutz vor übermäßigen Ausgaben und lähmenden Schulden streiten. Aber Sparmaßnahmen durchzudrücken, von denen wir schon wissen, dass sie nicht funktionieren und die unserer Demokratie die Hände binden, ist nicht die Antwort. Immer wieder hat sich unser Netzwerk für echtes Verantwortungsbewusstsein von unseren Politikern eingesetzt, wenn sie versucht haben, uns zu umgehen — jetzt müssen wir noch einmal zusammenkommen und darauf drängen, wieder gehört zu werden.

Voller Hoffnung,

Alex, Emma, Ricken, Jamie, Pascal, Giulia, Stephanie, Laura und der Rest des Avaaz-Teams

Weitere Informationen:

Merkel bleibt bei EU-Vertragsänderungen hart (Die Zeit)

http://www.zeit.de/news/2011-12/07/eu-merkel-bleibt-bei-eu-vertragsaenderungen-hart-07190605

Deutsche Ordnungshüter im Club der Europäer (Der Spiegel)
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,802539,00.html

EU-Gipfel: Pläne von Merkel und Sarkozy provozieren Demokratie-Crash (Attac)
http://www.attac.de/aktuell/eurokrise/startseite/?L=2

Deutschlands Weigerung, Europas Desaster (New York Times – auf Englisch)
http://www.nytimes.com/2011/11/30/opinion/germanys-denial-europes-disaster.html?_r=2&hp

Merkels Plan B droht zu scheitern (Der Spiegel)
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,802582,00.html

Eurozone warnt vor zurückstufung der Kreditwürdigkeit nach der Ankündigung von Deutschland und Frankreich (The Guardian – auf Englisch)
http://www.guardian.co.uk/business/2011/dec/05/eurozone-credit-downgrade-germany-france?INTCMP=SRCH

Fatale Fehler in der Eurozone? (Washington Post – auf Englisch)
http://www.nytimes.com/2011/12/02/opinion/krugman-killing-the-euro.html?src=ISMR_AP_LO_MST_FB

Symptome der Krise: Europas Krankenakte (der Spiegel)
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,802347,00.html

Rettet den Regenwald: Hilferuf der Penan. Rettet unseren Wald!

An der Protestaktion haben sich seit dem 24.11.2011 17934 Menschen beteiligt

Die Penan versperren dem Holzkonzern Interhill den Weg  
Die Penan versperren dem Holzkonzern Interhill den Weg

Der Interhill-Konzern macht mit dem Einschlag tropischer Edelhölzer im Regenwald von Sarawak, dem malaysischen Teil der Insel Borneo, seit vielen Jahren kräftig Kasse. Die Gelder investiert die Unternehmensgruppe unter anderem in Luxus-Immobilien. Dazu gehören der Bau eines 5 Sterne-Hotels samt Einkaufszentrums in der Stadt Kuching. Betreiber des Pullman Kuching Hotels ist die französische Accor-Gruppe.

Accor sind die Praktiken seines Geschäftspartners Interhill sehr wohl bekannt. Bereits 2009 hatten beide Konzerne eine unabhängige Studie zum Holzeinschlag von Interhill in Auftrag gegeben. Wenig später hat Interhill einen Aktionsplan für soziale Unternehmensverantwortung veröffentlicht. Doch selbst diese minimalen Grundlagen wurden von der Holzfirma nie eingehalten. Die Penan haben nun eine Straßenblockade errichtet. Interhill soll damit gehindert werden, weiterhin die Bäume auf ihrem Regenwaldterritorium abzuholzen.

Die Accor-Gruppe ist einer der größten Hotelbetreiber weltweit mit 4.229 Hotels in 97 Ländern. Zu den verschiedenen Marken des Konzerns zählen die Luxushotels Sofitel und Pullman, Novotel-Hotels in der Mittelklasse und für den schmaleren Geldbeutel die Ibis-Hotels.

Die Schweizer Menschenrechtsorganisation Bruno Manser Fonds unterstützt die Penan schon seit vielen Jahren. Der Gründer der NGO hat jahrelang bei den Penan im Regenwald gelebt und ist dort seit 2000 spurlos verschwunden. BMF betreibt auch die Webseite Stop-Interhill (auf Englisch).

Bitte unterschreiben Sie den Protestbrief. Rettet den Regenwald sammelt die Unterschriften und wird sie in Kürze den Verantwortlichen Empfängern übergeben. Die deutsche Übersetzung des nachfolgenden Schreibens an die Regierung Malaysias, Interhill und Accor finden Sie hier.