Und was bringt die Taz an Neuigkeiten?

A) BEMERKENSWERT

NRW-Grüne misstrauen Steinbrück„Rückkehr des Untoten (10.10.12) Die NRW-Grünen haben keine guten Erinnerungen an Ex-Ministerpräsident Peer Steinbrück. Von einer Ampel wollen sie schon gar nichts wissen.

Kommentar hhh: Nunja, Steinbrück ist bei der nächsten Wahl wohl eher Zählkandidat. Eine ökolinke Wende INNERHALB der SPD dürfte so oder so noch mindestens eine Jusogeneration auf sich warten lassen. Man kann nur hoffen, dass der Kandidat das auf die eine oder andere Weise beschleunigt.

Billige Früchte aus Fernost – Brechobst made in China (09.10.12) Rund 80 Prozent aller in Nahrungsmitteln verarbeiteten Erdbeeren stammen aus China. Auch andere Frucht- und Gemüsesorten kommen oftmals aus der Volksrepublik. (…) Eine Tonne chinesischer Erdbeeren sind bereits für rund 600 Euro zu bekommen, sagt ein Mitarbeiter eines bekannten deutschen Marmeladenherstellers. Deutsche Erdbeeren würden mehr als das Dreifache kosten, spanische Erdbeeren mehr als das Doppelte. (…) Insgesamt 37 Prozent der weltweiten Obst- und Gemüseproduktion stammen mittlerweile aus dem Reich der Mitte, schätzt das entwicklungspolitische Magazin Südwind.(…) Unabhängige Kontrollen fehlen vielfach. Die amtlichen Inspektoren drücken zudem oft ein Auge zu.(…) Bei den Obstanbauern handle es sich häufig um Kleinbauern, die sich qualitativ hochwertige Düngemittel nicht leisten könnten und daher die Fäkalien ihrer Tiere nutzen. Angesichts der vielen Kleinlieferanten sei es nicht einmal für die chinesischen Zwischenhändler nachvollziehbar, von wem sie welche Früchte bekommen haben.

Kommentar hhh: Zeigt die Notwendigkeit eines weltgemeinschaftlichen Nachhaltigkeitsmanagement – und wie utopisch dieser Gedanke vorerst ist.

Umfeld des Neonazitrios – Die Hundertschaft des NSU (09.10.12) Laut einer geheimen Liste rechnen die Sicherheitsbehörden inzwischen genau 100 Menschen zum Umfeld des Zwickauer Terrortrios – darunter fünf langjährige V-Leute.

Kommentar hhh: Sorgen macht die Vorstellung, es könnten auch in Deutschland einmal (wieder) Zeiten für Todesschwadronen als Mittel der Herrschsicherung geben – und Thinktanks, in denen über so etwas ernsthaft nachgedacht wird.

Neues Buch von Richard Sennett -„Wir müssen Tribalismus vermeiden“ 09.10.12) Kapitalismus befördert Tribalismus. Geheimabsprachen unter Bankern sind destrukive Formen der Kooperation. Ein Gespräch mit dem Soziologen Richard Sennett.

Kommentar hhh: Nunja, auch wenn im Sinne sozialer Emanzipation sicher richtig ist, Empathie über Sympathie zu sehen. (Sympathie bedeutet allerdings auch nicht unbedingt Unfreiheit). Wer über Vergemeinschaftungssprozesse und deren widersprüchliche Formen und Ersheinungen philosophiert sollte dies explizit in Hinsicht auf die Herausforderung  „nachhaltige Entwicklung“ tun. Sonst wirds todlangweilig und es kommern am Ende doch wieder Dogmen zum Eunsatz wie dass wir (?) JEGLICHEN Tribalismus vermeiden müssen.

Welthungerreport der UN -Jeder Achte ist unterernährt (09.10.12) Die Zahl der Hungernden ist weltweit gesunken. Der Anteil der unterernährten Menschen an der Weltbevölkerung ging damit von 18,6 Prozent auf 12,5 Prozent zurück. Aber seit 2007 stagniert der Rückgang deutlich. Noch immer sind fast 870 Millionen Menschen betroffen. (…) Jeder achte Mensch auf der Welt ist unterernährt – aber die Zahl der Hungernden ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten um 132 Millionen auf 868 Millionen gesunken.  (…) „Es ist alarmierend, dass weltweit die Entwicklung seit 2007 stagniert“, sagte David Hachfeld, Handelsexperte der Hilfsorganisation Oxfam. Ursachen dafür seien unter anderem Klimawandel und Landraub, der durch die gestiegene Nachfrage nach Biosprit forciert werde. „Wer den Hunger bekämpfen will, muss die Kleinbauern vor Ort unterstützen.“

Altmaiers Stromsparkonzept -„Naiv“ und nichts als „Scheinmanöver“ (09.10.12) Altmaier will durch Beratungsangebote Energiekosten für Geringverdiener zu senken. Opposition und Verbände sehen wenig Sinn in der Initiative des Umweltministers. (…) Mit Blick auf die voraussichtlich steigende EEG-Umlage kritisierte Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverbandes im Hamburger Abendblatt: Ohne Ausgleich für Niedriglohnbezieher oder Familien in Hartz IV würden „schlicht noch mehr Menschen ihren Strom künftig nicht mehr bezahlen können“. Die Zahl der Stromnotfälle werde „weiter explodieren“.

Befund zu radioaktiver Strahlung – Die kubanische Mädchenlücke (07.10.12) In Kuba wurden nach dem Super-GAU von Tschernobyl ungewöhnlich viele Jungen geboren. Grund seien radioaktiv belastete Lebensmittelimporte aus der Sowjetunion

Plastikmüll beim Einkauf – Allet Jute imma inne Jutetasche (07.10.12) 5,3 Milliarden Plastiktüten gehen pro Jahr über die Ladentheken. Umweltschützer fordern ein Umdenken – und mehr Jutetaschen.

CO2-Emissionen gesunken Sauberer Verkehr in der Luft (04.10.12) Ein Fluggast verbrauchte 2011 im Schnitt 3,92 Liter Sprit auf 100 Kilometer. Die CO2-Emissionen sind seit 1990 trotz erhöhter Verkehrsleistung um 14 Prozent gesunken.

Kommentar hhh. Schön und gut. Reicht aber bei weitem nicht.

Thatchers Erben wollen den Staat ohne Gesellschaft – Philipp Röslers Nachtgebet Kommentar von Georg Seesslen (10.10.12)

B) BAD NEWS

Elfte UN-Artenschutzkonferenz – Jetzt fehlt nur noch das Geld (08.10.12) Die UN-Artenschutzkonferenz in Indien sucht nach Finanzquellen. Die gewünschten 40 Milliarden Dollar pro Jahr für den Naturschutz sind nicht in Sicht. (…) Wo das Geld herkommen könnte, weiß Hubert Weiger, der Chef des Bundes für Umwelt und Naturschutz BUND: „Durch den Abbau umweltschädigender Subventionen können Gelder in den Schutz der biologischen Vielfalt fließen.“ Die Reduktion der Subventionen für das Verbrennen von Öl, Kohle und Gas kosten jährlich weltweit mehr als 500 Milliarden Dollar. Doch dass dies gelingt, darf bezweifelt werden.

Kommentar hhh: Für den Abbau umweltschädlicher Subventionen lohnt es sich in vielerlei Hinsicht zu streiten. Aber am Ende wird man um die Internationalisierung von Ökosteuern, d.h einer ökologischen Reform der WTO nicht herum kommen.

Korallensterben in Australien -Semi-Great Barrier Reef (03.10.12) Das Great Barrier Reef hat seit 1985 die Hälfte seiner Korallen verloren. Die australische Regierung räumt schwere Versäumnisse beim Schutz des Naturwunders ein.

Urteil in Argentinien – Vergewaltigte darf nicht abtreiben (10.10.12) Eine argentinische Richterin hat ein skandalöses Urteil gesprochen: Einem 32-jährigen Vergewaltigungsopfer wird die Abtreibung untersagt.

C) GOOD NEWS

Brennstoffzellen-Kraftwerk in Aachen – Erstes „virtuelles Kraftwerk“ am Netz (03.10.12)15 Stadtwerke und Regionalversorger schließen sich erstmals zu einem virtuellen Kraftwerksverbund zusammen. Das ist ein Meilenstein der Energiewende.

Die Einigung zur Finanztransaktionssteuer zeigt, dass die Bankenlobby besiegbar ist -Ein Kampf, der Mut macht Kommentar von Malte Kreutzfeldt (9.10.12) So lange geht der Streit über die Steuer auf Finanzgeschäfte schon, dass es bisweilen schwerfällt, den Überblick zu behalten zwischen all den Durchbrüchen und Rückschlägen. Doch die jüngste Einigung von elf EU-Staaten, die Steuer nun gemeinsam einzuführen, ist ein wirklich wichtiger Schritt nach vorn.

Und was bringt die Taz neues?

A) BEMERKENSWERT

1.) Umweltbilanz von Elektroautos – Öko nur gegen Aufpreis (30.1.12) Der Opel Ampera ist das erste deutsche Elektroauto für den Alltag. Ein neus Gutachten zeigt aber: Ohne Ökostrom sind Elektroautos eine Klimabelastung.

2.) Boykott jüdischer Geschäfte im NS-Regime – Verraten und verkauft (30.1.12) Moderner Antisemitismus hat verschiedene Ursachen und folgt bestimmten Mechanismen – es wird nicht mehr religiös argumentiert. Welche sind das und wie wirken sie?

3.) Die Angst der Bundesregierung vor den Akten – 20 Jahre Vorzensur (30.1.12) Das Stasiunterlagen-Gesetz (StUG) wird nach 20 Jahren als großer Erfolg gefeiert. In Wahrheit ist es ein fauler Kompromiss zwischen Aktenöffnung und Staatsräson. Denn die Regierung Kohl hatte seinerzeit viel zu verbergen.

4-) Weltsozialforum in Porto Alegre – Gemeingüter als dritter Weg (29.1.12) In Porto Alegre wird der Diskurs über die „Commons“ zum globalisierungskritischen Mainstream. Zwischen Markt und Staat soll sie zur dritten Alternative werden.

Anm. hh: Nunja, Herstellung, Gestaltung und Verteidigung von Brauchbarem „dem Zugriff der Märkte entziehen“ als Alternative zur angefeindeten „Green Economy“ auszugeben, dürfte nicht mehr einbringen, als sich soziologische Nischen als „die“ gesellschaftliche Persektive zurecht zu träumen. Die bräuchte wohl eher ein intelligentes Zusammenspiel von Green Economy und Inseln gemeinsamer Verantwortung.

B) BAD NEWS

1.) Syrische Rebellen unter Druck – Assad-Truppen machen Boden gut (30.1.12) Syrische Regierungstruppen haben Außenbezirke von Damaskus zurückerobert. Laut Aktivsten gehen die Truppen von Präsident Assad von Haus zu Haus und nehmen Menschen fest.

2.) Überwachung von Linke-Abgeordneten – Die Hälfte der Fraktion wird verdächtigt (29.1.12) Parteichef Ernst zufolge sollen nicht 27 sondern mindestens 42 Abgeordnete der Linkspartei vom Verfassungsschutz überwacht worden sein.

C) NOT SO BAD

 1.) Verfassungsschutz im Fernsehen vorgeführt – Vom Blockwart zum Antifaschisten (30.1.12)  Dass im öffentlich-rechtlichen Fernsehen der Verfassungsschutz ausgelacht wird, wäre vor den Nazi-Morden undenkbar gewesen. Nun passiert es bei Günther Jauch.

Anm. hh: Leider ist in dem Artikel nichts über die Lacherfolge des CSU-Generalsekretär Dobrindt zu erfahren, der einen Verbotsantrag gegen die Linke ins Spiel brachte.

„Ich denke, wir sollten alle Anstrengungen unternehmen, dass wir mittelfristig auch zu einem Verbotsverfahren kommen.“

Quelle: Spiegel-online vom 30.1.12

Sollte dem Publikum sein Lachen im Halse stecken geblieben sein? Vielleicht stellte sich so etwas wie eine Ahnung der Möglichkeit ein, dass hier gar kein „politischer Quartalsirrer“ (Ramelow) oder „Politclown“ (der Tagesspiegel) unfreiwillige Saire darbot, sondern sich nach Köhler mal wieder einer vom Schwarzen Block.der Regierigen verplappert und unfreiwillig das ausgesprochen hat, was man sich in diesen Kreisen so an strategischem Zeugs durch den Kopf gehen lässt – für irgend welche künftigen Occopy-Capitalism-Zeiten?

2.) Interview zur Urbanen Landwirtschaft -„Gewächshäuser und Dachgärten“ (28.1.12) Berlin könnte viel mehr Obst und Gemüse direkt in der Stadt ernten, sagt der Forscher Axel Dierich. Doch der Senat zeige zu wenig Engagement

Und was bringt die Taz an Neuigkeiten?

A) BAD NEWS

1.) Regierung schönt Arbeitslosenstatistik (30.12.11) Mehr als 100.000 Erwerbslose über 58 Jahre, die wenigstens 12 Monate Hartz IV beziehen, gelten nicht als arbeitslos. Die Grünen werfen der Bundesregierung deshalb vor, bei den Arbeitslosenzahlen vor der Einführung der Rente mit 67 zu tricksen

2.) Militär in Ägypten – Büros von NGOs gestürmt (29.12.11) Ägyptische Behörden durchsuchen die Räume von 17 ägyptischen und ausländischen Organisationen. Der Vorwurf: Illegale Finanzierung aus dem Ausland.

3.) Portrait Beobachter der Arabischen Liga  (30.11.12) Dabi, Leiter der Beobachtermission in Syrien, läuft seit einer Woche durch verwüstete syrische Städte voller Leichen und lässt wissen, ihm sei nichts aufgefallen

4.) Interview mit Ferhad Ahma -„Sie sagen, ich rede zu laut“ (29.12.11) Der syrische Oppositionelle und Berliner Grüne Farhad Ahma wurde in seiner Wohnung zusammengeschlagen. Er ist sicher: Es war Assads Geheimdienst.

Zu Aktivitäten des syrischen Geheimdienstes siehe auch den Bericht der Berliner Zeitung vom 28.12.11

5.) Lohndumping im Bananenhandel – Billig-Bananen haben ihren Preis
(30.12.11) Hungerlohn und Gefahren für die Gesundheit: Bananenernter in Ecuador haben es schwer. Schuld sind Supermarktketten wie Aldi und Lidl, sagt Oxfam.

B) NOT SO BAD

1.) Tabaksteuererhöhung Mehr Kohle für Kippen (30.12.11)

2.) Repatriierungsbewegung in Gang (30.12.11)  Indigene Völker fordern seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts zunehmend die einst verschleppten Schädel und Skelette ihrer Vorfahren zurück.

C) BEMERKENSWERT
1.) China importiert Italien (29.12.11) Nirgends wächst die Sehnsucht nach Luxus so schnell wie im Reich der Mitte. Die neue Elite erfüllt sich Träume im eigenen Land – und baut gleich ganze Städte nach.

Anm: hh: Ist da etwa eine neue Methode in Sicht, die infolge der Meeresspiegelerhöhung bedrohten Küstenstädte vor dem Untergang zu retten? Ok, Scherz beiseite! Das Berichtete führt wohl eher die Notwendigkeit vor Augen, endlich eine Wirtschaftsordnung auf den Weg zu bringen, die auf einem weltgemeinschaftlichen Nachhaltigkeitsmanagement.aufbaut.

3.) Die Rente mit 67 ist richtig aber sie kommt zu früh (vom 28.12.11) Viele Beschäftigte scheiden nicht etwa freiwillig aus dem Berufsleben aus. Sie sind krank oder arbeitslos. Wenn ab Januar das Rentenalter schrittweise auf das 67. Lebensjahr steigt – dann wird damit faktisch nur die Rente gekürzt. Dabei ist die Rente mit 67 eigentlich eine richtige Idee, denn die Deutschen leben immer länger – und sie sind auch länger gesund.

Anm hh: Oh weh! Nichts gegen Querdenkerei, aber bevor ausgerechnet in der Taz längere Pflicht-Lebensarbeitszeit geheiligt werden, sollte doch wohl eher überlegt werden, wie die Altersruhe (d.h. die dies bedeutende Befreiung von der lohn- und gehaltsabhängigen Beschäftigung) zu einem Moment nachhaltiger Entwicklung werden könnte (der Gesellschaft und der Betreffenen selbst ).

Das hieße z.B. zu berücksichtigen,

1) dass es eine Menge menschenunwürdiger, krank machender Arbeitsbedingungen gibt, die die Menschen zudem zeitlebens von einem Gutteil des kulturellen Lebens oder auch den Möglichkeiten politischer Partizipation ausschließen,  und dass deshalb über Möglichkeiten eines langsamen Abschmelzen von Pflicht-Arbeitszeiten mit zunehmenden Lebensalter die Rede sein müsste.

2) dass Möglichkeiten einer freiwilligen (!) Verlängerung der Lebensarbeitszeit geschaffen oder verbessert werden.

3) dass beides vielleicht einen Einstieg in ein bedingungslos allen Bürger/inne/n zur Verfügung stehendes Grundeinkommen voraussetzt. Man könnte damit mit 50 beginnen und den Betrag bis 70 in mehreren Stufen erhöhen so dass z.B. auch die freiwillige Verlängerung der Lebensarbeitszeit auch tatsächlich freiwillig ist. (Aufstockung evt. auch aufgrund von geleisteter Kinderbereutungszeit Pflege von Angehörigen oder ehrenamtlicher Arbeit)

4.) dass die Gesellschaft neben der Pflege von im Alter hilfsbedürftig Gewordenen endlich auch die Mobilisierung freiwilligen Engangenment der – endlich –  von der Arbeitspflicht Befreiten für Projekte nachhaltiger Entwicklung als eine notwendige Aufgabe (und eigentlich doch sehr schöne Herausforderung) begreift.

5.) Schließlich hätte ich gerade von Ulrike Hermann erwartet,  dass sie das Thema nutzt, um – die Fortschritte in der Entwicklung von Produktivität berücksichtigend – für eine Weiterentwicklung der Ökosteuer als ein Pfeiler der Finanzierung auch von Ruhezeiten aller Art zu werben bzw. als ein Mittel, zu einem Wirtschaften zu kommen, dass auf ein – am Ende weltgemeinschaftliches – Nachhaltigkeitsmanagemen aufbaut. Wie sonst sollen wir unserer längst ins Unheimliche gewachsenen Produktiv- bzw. Destruktivkräfte Herr werden?

4.) taz-Serie: Die Grenzen des Wachstums – Der Vater der Ökosteuer (30.12.11)  Ohne Wachstum geht es nicht, sagt Hans Christoph Binswanger. 1,8 Prozent sind aber genug. Das könne ohne zusätzlichen Verbrauch von Ressourcen umgesetzt werden.

5.) Arabischer TV-Sender „Al-Dschasira“  Das Fenster zur Revolution (27.12.11) Als der Arabische Frühling begann, war al-Dschasira immer dabei. Für die Revolutionäre wurde er zur Hauptinformationsquelle.

6.) Rückblick auf arabische Revolutionen 2011 Das war erst der Anfang Wilde Schießereien in Tunis, furchtlose Demonstranten auf dem Tahrirplatz, beste Stimmung in Tripolis: Ein persönlicher Rückblick des taz-Korrespondenten.

7.) Porträt über den verfolgten syrischen Kurden Hussein Dauud – Eine vorhersehbare Odyssee (30.12.11) Nach zehn Jahren konnte der syrische Kurde Hussein Dauud erneut nach Braunschweig fliehen – von dort war er einst trotz Protestes von Flüchtlingsinitiativen nach Syrien abgeschoben worden. Hinter ihm liegen Jahre voll Folter und Geheimdienstverfolgung.

8.) Ärztin mit sozialer Verantwortung – Der heiße Stein  (26.12.11) Die Ärztin Dörte Siedentopf organisiert seit 20 Jahren Erholungsaufenthalte für Tschernobyl-Kinder. Sie ist fassungslos über den Umgang mit Fukushima

9.) Wulffs Freund Carsten Maschmeyer – Besser nicht die Wahrheit (21.12.11) Der umstrittene Finanzdienstleister Carsten Maschmeyer hat zahlreiche Freunde in der Politik. Und den richtigen Riecher. Davon profitierte auch sein Finanzvertrieb AWD.

Anm. hh: Wirft im Übrigen auch ein bezeichnendes Licht auf den Schöderinsmus und seinem Sigmunidstischen Ausläufer.

In der ARD wird meilenweit an der Klimakonferenz vorbei getalkt – Auf Kritik gab`s nur ein hüpsches Mosaik aus Textbausteinen.

Gewiss: ich hätte meine Kritik an die Klimakonferenz fernen Themen der öffentlich-rechtlichen Talkwoche eine Idee höflicher formulieren sollen. Und ich weiß auch gar nicht 100 Prozentig, ob die ARD und ZDF Talksendungen das Thema Durban tatsächlich  ganz ignorierten. Guck ja auch nicht jeden Tag. Nach der dritten Gesprächsrunde über den missglückten Comeback-Einstieg von KTz Gutenberg hatte ich mich aber auch wirklich sehr geärgert.

Aber was mir da heute als „Antwort“ ins Postfach trudelte, wäre wohl auch bei diplomatischerer Wortwahl nicht anders ausgefallen. Sie ist auf alle Fälle bemerkenswert. War ich der Einzige mit dieser Beschwerde? Hätten die nicht einen Textbaustein einschieben können, der zumindest den Gegenstand der Kritik berührt? Dem Ghost-Dichter der  Programmdirektorin Putz scheint das Abfassen dieser ihrer Pauschal-Abmeierei voller kunstvoll versteckten Sarkasmus immerhin Spaß gemacht zu haben.

Sehr geehrter Herr H(…),

vielen Dank für Ihre e-mail und Ihr Interesse am Ersten Deutschen Fernsehen.

Wir bedauern Ihre Kritik an den Talksendungen des Ersten.

Sie haben jetzt die Möglichkeit, im Ersten an fünf Tagen in der Woche die versiertesten Journalisten Deutschlands mit sorgfältig ausgewählten Gästen eine große Bandbreite an Themen diskutieren zu sehen. Wir haben großes Verständnis dafür, dass nicht alle Talkshowgastgeber des Ersten gleichermaßen Ihren Vorstellungen entsprechen. Dennoch hoffen wir, dass Sie die besonders große Auswahl von  Formaten, Protagonisten und Themen dieses Genres mit der Zeit zu schätzen wissen.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Putz

Erstes Deutsches Fernsehen
Programmdirektion
Zuschauerredaktion Das Erste
Postfach 200665
80006 München
Tel +49 89 5900 3344
Fax +49 89 5900 4070
E-Mail: Info@DasErste.de
http://www.DasErste.de

—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: H.(…) Gesendet: Donnerstag, 8. Dezember 2011 14:31
An: Zuschauerredaktion
Betreff: K wie Karl Theodor

Hallo und guten Tag,
dass die Öffentlich Rechtlichen in ihrem täglichen Talk der letzte Woche statt einer Sonderwoche Klimakonferenz nur wieder Joga, Prostitution einer 79jähigen, Karl Theodor zu Guttenberg und die ewig sich im Kreis drehenden Verschuldungsschimpf- und Generationengap-Debatten zu bieten haben, finde ich entsetzlich. Kommt mir vor wie von einer innerlichen Hysterie getriebenes Verdrängungsfernsehen. Man kann dabei ja durchaus auch persönliche Befindlichkeiten diskutieren – aber Ignoranz in dieser Sache sollte man doch bitteschön den Privaten überlassen. Finde ich.

Gruß H. Hirschel