Marcel Reich-Ranicki im Bundestag

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Zur Wannseekonferenz am 20. Januar 1942

Das vielleicht  intensivste Stück Aufklärung, das das Deutschlandradio heute zur Erinnerung an die Wannseekonferenz vor genau 70 Jahren leistete, kam wohl ausgerechnet vom O-Ton Adolf Eichmanns. Im Rahmen seines Prozesses hatte der die Abwesenheit irgend eines Anzeichens von Distanz bei den an der Konferenz teilnehmenden Staatssekretären, Polizei- und Reichsbahnfunktionären usw. geschildert.  Einige hätten sogar einen geradezu freudigen Diensteifer an den Tag gelegt.

„Hier war nicht nur eine freudige Zustimmung allseits festzustellen, sondern darüber hinaus ein gänzlich unerwartetes, ich möchte sagen, sie Übertrumpfendes und Überbietendes im Hinblick auf die Forderung zur Endlösung der Judenfrage.“

Quelle: Deutschlandradio vom 20.1.12

Dieser in der gesellschaftiichen Normalität steckende Extremismus, der als stinknormale Anpassungsleistung stinknormaler Menschen an eine zur Volksgesundheitsnormalität werdende  gesellschaftliche Geisteskrankheit zutage tritt, (als „Banalität des Bösen“) beunruhigt – um so mehr, als eine erneute Verbindung von Massenwahnsinn und imperialer Politik mit dem Mittel des Massenmords  nicht für alle Zukunft ausgeschlossen werden kann. Denn wir können nicht wissen, welche Wendungen die „Vorgeschichte der Menschheit“ (Marx)  nimmt, wenn sich Küstenstädte nicht mehr halten lassen, Ernteausfälle sich in Euro (und nicht mehr nur in Cent) bemerkbar machen, der Weltgeldverkehr zusammenbricht, die Meere akut sauer aufzustoßen drohen usw.  Wohin entwickelte sich dann zum Beispiel die „Gemeinwohligkeit“ derjenigen Menschenfreunde, die sich heute so außerordentlich gutmeinend um  „das Bevölkerungswachstum“ sorgen?

Die im Reflektionsvermögen der zur Mitmenschlichkeit drängenden Kräfte leider kaum (noch) präsente Arbeit „Ökonomie der Endlösung“ von .Susanne Heim und Götz Aly hatte  m.E. sehr eindrucksvoll beschrieben, wie Wechselwirkungen zwischen Alltag, Ideologie, Wissenschaft, Verwaltungshandeln (und deren Eigenlogiken bzw. -perspektiven) und Kapitalbedürfnissen zur mörderischen Mischung geraten können. Aly und Heim trugen z.B. Hinweise zusammen, die darauf schließen ließen, dass Nazideutschland einen quasie „wissenschaftlicher Imperialismus“ betrieb und all sein hinterwäldlerischer Irrationalismus Element höchstgradig moderner, rationaler Strategien war.

Mit „Bevölkerungspolitik“ befasste Wissenschaftler hatten etwa über Bedingungen einer effizienten Industrieentwicklung geforscht, und waren zu dem Ergebnis gekommen, dass diese die Abnahme der Bevölkerungsdichte voraussetzt, d.h. die optimale Entwicklung einer effizienten Industrie nach Entledigung von – durch eben die industrielle Entwicklung – „überflüssig“ gewordenen Essern verlangt. So hätten die Auswanderungsströme des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts aus Europa dessen Entwicklung entschieden voran getrieben, was in den USA wiederum die Siedlungsbewegung und die damit verbundene „Dezimierung“ der Urbevölkerung erledigte.

„11 Millionen der Endlösung zuzuführender Juden“ war – dem Protokoll der Wannseekonferenz zufolge – das Plansoll der damals bereits angelaufenen Mordmaschinerie. Der Gedanke, dass dies womöglich als Element einer langfristig angelegten Strategie des wissenschaftlichen Imperialismus gedacht war, (oder sich allmählich dazu entwickelte) dessen Ziel ein einheitlicher europäischer Binnenmarkt deutscher Nation mit einer Unterteilung in Sklaven- und Herrenvölkern war, für dessen „optimale Bevölkerungsdichte und-zusammensetzung“  ein Großteil der einheimischen Bevölkerung in den eroberten Ländern auszurotten sei, scheint so ungeheuerlich, dass – meiner Erinnerung nach – auch Aly und Heim davor zurück geschreckt waren, das in dieser Deutlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Dabei legt das, was über den Generalplan Ost bekannt wurde, genau das nahe.

Auch dies ein guter Grund, sich die „Wannseekonferenz“ zu vergegenwärtigen – außer dass dies so oder so ein Gebot der – weiteren – Mitmenschlichkeitswerdung ist.

Gruß hh

Siehe auch den Bericht in der Taz vom 20.1.12:

70 Jahre Wannsee-Konferenz – „Beteiligte Zentralinstanzen“ Die Teilnehmer der Konferenz hatten umzusetzen, was die NS-Spitze um Hitler, Himmler und Göring zuvor beschlossen hatte.

Anm. hh In dem Bericht eingeflochten ist ein Faksimile  des Protoklls der mörderschen Veranstaltung.

Und was bringt die Taz an Neuigkeiten?

A) BEMERKENSWERT

1) Kreuzfahrtschiffe und die Umwelt -Boom-Branche mit Schmuddel-Image (16.01.12)Für den Tourismus sind Kreuzfahrten die Erfolgsstory der letzten Jahre – 5,5 Millionen Europäer machten 2010 eine. Für die Umwelt sind sie eine Katastrophe.

„Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die Umweltbelastung durch Schiffe zu reduzieren, etwa Umstieg vom Schweröl auf umweltfreundlicheres Dieselöl. Aber laut Nabu verweigern die Konzerne aus Profitgier die Verwendung von Schiffsdiesel und den Einbau von Abgastechnik. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation stößt ein einziger Ozeanriese auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Autos auf der gleichen Strecke. Und die Bilanz in puncto Treibhausgas? Nach übereinstimmenden Studien steuert die Seeschifffahrt 2,7 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen bei – ungefähr so viel wie der viel gescholtenen Flugverkehr. Daher plant die EU, den Emissionshandel in Zukunft auch auf den Schiffsverkehr anzuwenden.“

Anm. hh: Wie diese Form der Erholung vom Arbeitsleben bzw. des Stillens von Erlebnishunger wohl auf Weltkonferenzen vereinigter Völker verhandelt würde, die Richtlinien eines globalen Nachhaltigkeitsmanagements auszuarbeiten und das danach Ausprobierte zu evaluieren hätten?

2.) Südtunesien Wüste, Palmen, schroffe Berge (14.01.12)  In der entwicklungsschwachen Region des Dahar-Gebirges soll Tourismus Arbeitsplätze schaffen. 50 Prozent der Arbeitssuchenden sind Frauen mit guter Ausbildung.

3.) Syrischer Autor über Hafterfahrungen – „Die Syrer geben wirklich alles“ (15.01.12) Der Kampf für Freiheit, die Angst, das Gefängnis: Der syrische Autor Mohammad al-Attar dokumentiert die Gegenwart und lässt Menschen von Gewalt berichten.

B BAD NEWS

1.) Folgen des Klimwandels in Kanada -Massensterben von Robbenjungen (5.01.12) Das Meereis vor Kanadas Küsten wird deutlich dünner. In Folge sterben immer mehr Sattelrobben, weil ihnen das Eis buchstäblich unter den Flossen wegschmilzt

2.) Energiewende schlecht für Naturschutz -Öko bedroht Bio (15.01.12) Umweltschützer schlagen Alarm, weil die geplante Energiewende den Naturschutz und die Artenvielfalt bedrohe. Dadurch werde der Raubbau im Wald vorangetrieben.

Anm. hh: Wichtige Einwände, die gut zu wissen! Wüsste übrigens auch gern, ob Renate Künast  schon irgendwo Selbstkritisches geäußert hatte ob ihrer eistigen Bio-Kraftstoff-Euphorie.

Die Zwischenürschrift „Öko ist nicht gleich Bio“  hätte sich B. Pötter allerdings sparen sollen. Der Unsinn schafft nur Verwirrung. Mit „ökologisch“ in einer inhaltlich, normativen Bestimmung ist ja grad auch die aktive Rücksichtnahme  auf Naturschutzbelange gemeint, und wo das nicht geschieht, kann und muss auf diesen Widerspruch aufmerksam gemacht werden so dass es heißen müsste: „Öko“ ohne Ökologisierung des „Bio“ wäre kein „Öko“. Oder halt: „Bio ist nicht immer öko(logisch)!“ Es sei denn, es geht um die Charakterisierung von Lebensmittteln, wo der Begriff „Bio“in dem Sinne  geschützt wurde, dass bestimmte ökologische Mindeststandards  erfüllt sein müssen. Die Frage ist, ob dies auf Nicht-Lebensmittel ausgedehnt werden solllte? Dafür spricht die Verwirrrung grad beim Thema Biofuel, aber vielleicht wäre die Bezeichnung „Öko-Bindestrich“ (z.B. für Öko-T-Shirts)  präziser.

C) NOT SO BAD

1.) Erfolgreicher Ortsverband verlässt FDP „Gute Arbeit ohne gelbes Label“ (16.101.11) Die FDP Treuenbrietzen war mit einem Wahlergebnis von 34 Prozent bisher einer der erfolgreichsten Ortsverbände. Nun ist er fast vollständig ausgetreten.

Anm.hh: Dazu passend die neuen Poltereien des neuen FDP Marschinisten Westerwelle (Taz vom 15.1.11) :

Die Linkspartei stehe für „den Schießbefehl“, die Grünen für „Bevormundung“. Das von deren NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens angepeilte Rauchverbot in der Gastronomie führe „in eine Besserungsanstalt, nicht in eine freie Gesellschaft“.

WEITER SO! Gestern noch stand die FDP am Abgrund. Heute ist sie bereits einen Schritt weiter.

2.) Sayonara, Atomkraft (16.01.11) In Japan treffen sich 10.000 Anti-AKW-AktivistInnen aus aller Welt. Die japanische Bewegung hat viel Zulauf und Zuspruch und will sich besser vernetzen

Und was bringt die Taz an Neuigkeiten?

A) BAD NEWS

1.) Regierung schönt Arbeitslosenstatistik (30.12.11) Mehr als 100.000 Erwerbslose über 58 Jahre, die wenigstens 12 Monate Hartz IV beziehen, gelten nicht als arbeitslos. Die Grünen werfen der Bundesregierung deshalb vor, bei den Arbeitslosenzahlen vor der Einführung der Rente mit 67 zu tricksen

2.) Militär in Ägypten – Büros von NGOs gestürmt (29.12.11) Ägyptische Behörden durchsuchen die Räume von 17 ägyptischen und ausländischen Organisationen. Der Vorwurf: Illegale Finanzierung aus dem Ausland.

3.) Portrait Beobachter der Arabischen Liga  (30.11.12) Dabi, Leiter der Beobachtermission in Syrien, läuft seit einer Woche durch verwüstete syrische Städte voller Leichen und lässt wissen, ihm sei nichts aufgefallen

4.) Interview mit Ferhad Ahma -„Sie sagen, ich rede zu laut“ (29.12.11) Der syrische Oppositionelle und Berliner Grüne Farhad Ahma wurde in seiner Wohnung zusammengeschlagen. Er ist sicher: Es war Assads Geheimdienst.

Zu Aktivitäten des syrischen Geheimdienstes siehe auch den Bericht der Berliner Zeitung vom 28.12.11

5.) Lohndumping im Bananenhandel – Billig-Bananen haben ihren Preis
(30.12.11) Hungerlohn und Gefahren für die Gesundheit: Bananenernter in Ecuador haben es schwer. Schuld sind Supermarktketten wie Aldi und Lidl, sagt Oxfam.

B) NOT SO BAD

1.) Tabaksteuererhöhung Mehr Kohle für Kippen (30.12.11)

2.) Repatriierungsbewegung in Gang (30.12.11)  Indigene Völker fordern seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts zunehmend die einst verschleppten Schädel und Skelette ihrer Vorfahren zurück.

C) BEMERKENSWERT
1.) China importiert Italien (29.12.11) Nirgends wächst die Sehnsucht nach Luxus so schnell wie im Reich der Mitte. Die neue Elite erfüllt sich Träume im eigenen Land – und baut gleich ganze Städte nach.

Anm: hh: Ist da etwa eine neue Methode in Sicht, die infolge der Meeresspiegelerhöhung bedrohten Küstenstädte vor dem Untergang zu retten? Ok, Scherz beiseite! Das Berichtete führt wohl eher die Notwendigkeit vor Augen, endlich eine Wirtschaftsordnung auf den Weg zu bringen, die auf einem weltgemeinschaftlichen Nachhaltigkeitsmanagement.aufbaut.

3.) Die Rente mit 67 ist richtig aber sie kommt zu früh (vom 28.12.11) Viele Beschäftigte scheiden nicht etwa freiwillig aus dem Berufsleben aus. Sie sind krank oder arbeitslos. Wenn ab Januar das Rentenalter schrittweise auf das 67. Lebensjahr steigt – dann wird damit faktisch nur die Rente gekürzt. Dabei ist die Rente mit 67 eigentlich eine richtige Idee, denn die Deutschen leben immer länger – und sie sind auch länger gesund.

Anm hh: Oh weh! Nichts gegen Querdenkerei, aber bevor ausgerechnet in der Taz längere Pflicht-Lebensarbeitszeit geheiligt werden, sollte doch wohl eher überlegt werden, wie die Altersruhe (d.h. die dies bedeutende Befreiung von der lohn- und gehaltsabhängigen Beschäftigung) zu einem Moment nachhaltiger Entwicklung werden könnte (der Gesellschaft und der Betreffenen selbst ).

Das hieße z.B. zu berücksichtigen,

1) dass es eine Menge menschenunwürdiger, krank machender Arbeitsbedingungen gibt, die die Menschen zudem zeitlebens von einem Gutteil des kulturellen Lebens oder auch den Möglichkeiten politischer Partizipation ausschließen,  und dass deshalb über Möglichkeiten eines langsamen Abschmelzen von Pflicht-Arbeitszeiten mit zunehmenden Lebensalter die Rede sein müsste.

2) dass Möglichkeiten einer freiwilligen (!) Verlängerung der Lebensarbeitszeit geschaffen oder verbessert werden.

3) dass beides vielleicht einen Einstieg in ein bedingungslos allen Bürger/inne/n zur Verfügung stehendes Grundeinkommen voraussetzt. Man könnte damit mit 50 beginnen und den Betrag bis 70 in mehreren Stufen erhöhen so dass z.B. auch die freiwillige Verlängerung der Lebensarbeitszeit auch tatsächlich freiwillig ist. (Aufstockung evt. auch aufgrund von geleisteter Kinderbereutungszeit Pflege von Angehörigen oder ehrenamtlicher Arbeit)

4.) dass die Gesellschaft neben der Pflege von im Alter hilfsbedürftig Gewordenen endlich auch die Mobilisierung freiwilligen Engangenment der – endlich –  von der Arbeitspflicht Befreiten für Projekte nachhaltiger Entwicklung als eine notwendige Aufgabe (und eigentlich doch sehr schöne Herausforderung) begreift.

5.) Schließlich hätte ich gerade von Ulrike Hermann erwartet,  dass sie das Thema nutzt, um – die Fortschritte in der Entwicklung von Produktivität berücksichtigend – für eine Weiterentwicklung der Ökosteuer als ein Pfeiler der Finanzierung auch von Ruhezeiten aller Art zu werben bzw. als ein Mittel, zu einem Wirtschaften zu kommen, dass auf ein – am Ende weltgemeinschaftliches – Nachhaltigkeitsmanagemen aufbaut. Wie sonst sollen wir unserer längst ins Unheimliche gewachsenen Produktiv- bzw. Destruktivkräfte Herr werden?

4.) taz-Serie: Die Grenzen des Wachstums – Der Vater der Ökosteuer (30.12.11)  Ohne Wachstum geht es nicht, sagt Hans Christoph Binswanger. 1,8 Prozent sind aber genug. Das könne ohne zusätzlichen Verbrauch von Ressourcen umgesetzt werden.

5.) Arabischer TV-Sender „Al-Dschasira“  Das Fenster zur Revolution (27.12.11) Als der Arabische Frühling begann, war al-Dschasira immer dabei. Für die Revolutionäre wurde er zur Hauptinformationsquelle.

6.) Rückblick auf arabische Revolutionen 2011 Das war erst der Anfang Wilde Schießereien in Tunis, furchtlose Demonstranten auf dem Tahrirplatz, beste Stimmung in Tripolis: Ein persönlicher Rückblick des taz-Korrespondenten.

7.) Porträt über den verfolgten syrischen Kurden Hussein Dauud – Eine vorhersehbare Odyssee (30.12.11) Nach zehn Jahren konnte der syrische Kurde Hussein Dauud erneut nach Braunschweig fliehen – von dort war er einst trotz Protestes von Flüchtlingsinitiativen nach Syrien abgeschoben worden. Hinter ihm liegen Jahre voll Folter und Geheimdienstverfolgung.

8.) Ärztin mit sozialer Verantwortung – Der heiße Stein  (26.12.11) Die Ärztin Dörte Siedentopf organisiert seit 20 Jahren Erholungsaufenthalte für Tschernobyl-Kinder. Sie ist fassungslos über den Umgang mit Fukushima

9.) Wulffs Freund Carsten Maschmeyer – Besser nicht die Wahrheit (21.12.11) Der umstrittene Finanzdienstleister Carsten Maschmeyer hat zahlreiche Freunde in der Politik. Und den richtigen Riecher. Davon profitierte auch sein Finanzvertrieb AWD.

Anm. hh: Wirft im Übrigen auch ein bezeichnendes Licht auf den Schöderinsmus und seinem Sigmunidstischen Ausläufer.

Und was bringt die Taz am 16./17./18.12.11?

BEACHTENSWERT

1.) Porträt Newton Gingrich Für jeden Skandal gut Er ist die neue Seifenblase der Republikaner in ihrer Suche nach einem Präsidentschaftskandidaten.

2.)“Nicht alle linken Perspektiven sind gut“ (16.12.11) Globalisierungskritiker Michael Hardt über Aufstände gegen Diktaturen, Bewegungen gegen den Finanzkapitalismus und Optimismus in einem Zyklus der Kämpfe.

3.) Hollywoodstar Christian Bale in China Kein Besuch beim Bürgerrechtler Der Schauspieler Christian Bale scheitert bei dem Versuch, einen blinden chinesischen Anwalt im Hausarrest zu besuchen. Uniformierte lassen ihn nicht durch.

Protestaktion gegen Unilever

Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG von Rettet den Regenwald, ROBIN WOOD und Watch Indonesia

Regenwaldschützer und Palmölopfer aus Indonesien protestieren seit heute Morgen vor der Deutschlandzentrale des Unilever-Konzerns in der Hamburger Hafencity. Vor dem Eingang haben sie Transparente entrollt und eine provisorische Hütte errichtet. Unterstützt werden sie von AktivistInnen der Organisationen ROBIN WOOD, Rettet den Regenwald und Watch Indonesia. Gemeinsam fordern sie, den Landraub für Palmöl und die Zerstörung von Wäldern für Palmöl-Monokulturen zu stoppen. Unilever verwendet das Palmöl für seine Markenprodukte wie Rama-Margarine. Als einer der größten Palmöl-Verbraucher weltweit ist Unilever maßgeblich mitverantwortlich für das Desaster in den Tropen.

 

Unter den neun indonesischen Protestierenden sind auch Ida, Bidin und ihr einjähriger Sohn aus Sumatra. Die Familie gehört zu den Indigenen der Suku Anak Dalam. Sie fordert Land zurück, das ihnen der Unilever-Lieferant Wilmar geraubt und für eine Palmölplantage kahl geschlagen hat. Ihr Dorf Sungai Buayan sowie zwei weitere Siedlungen, die jetzt inmitten von Plantagen liegen, wurden im August dieses Jahres von Paramilitärs und Einsatzkräften der Wilmar-Tochter Asiatic Persada zerstört. Die Polizisten schossen um sich und walzten die Häuser nieder. „Sie wollen, dass wir hier weggehen“, klagt Ida. „Doch wie können wir unsere Ahnen verlassen? Wir wollen das Land zurück, das uns die Palmölfirma gestohlen hat.“ „Wilmar muss büßen und für unser Leid zur Rechenschaft gezogen werden. Niemand darf mehr vertrieben werden“, fordert Bidin.

Auch auf Borneo hat der Unilever-Lieferant Wilmar riesige Waldflächen in eine Palmöl-Wüste verwandelt. „Menschen, die sich dagegen wehren, werden kriminalisiert und mit Gefängnisstrafen überzogen“, berichtet Nordin von der Organisation Save our Borneo. Unilever weiß um die verheerenden Zustände bei seinem Lieferanten Wilmar, der in Hunderte Landraub-Fälle in Indonesien verwickelt ist und dort die letzten Regenwälder zerstört – und kauft dennoch weiter bei Wilmar. Gegenüber seinen KundInnen gibt sich Unilever als grünes Vorzeigeunternehmen. Ab 2015 werde das Unternehmen weltweit nur noch nachhaltiges Palmöl verwenden, verspricht Unilever. Als Nachweis dafür soll das RSPO-Siegel gelten. Der RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) ist jedoch von der Industrie dominiert.

Die Profiteure des Raubbaus, Unilever und Wilmar, sitzen im Vorstand des RSPO. Dementsprechend lasch sind die Standards. So darf für das als nachhaltig deklarierte Palmöl weiterhin Wald in industrielle Monokulturen umgewandelt werden. Selbst giftige Agro-Chemikalien wie das Totalherbizid Paraquat dürfen verwendet werden. Und Unternehmen, die wie Wilmar mit Gewalt gegen die Einheimischen vorgehen, können den RSPO für ihr Greenwashing benutzen. „Die Täter bescheinigen sich selbst, wie nachhaltig sie wirtschaften. Das wird ihnen schon bald niemand mehr glauben. Nachhaltiges Palmöl bei Unilever ist eine Lüge“, sagt Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent von ROBIN WOOD.

„Wir wollen erreichen, dass Unilever seinen Kunden ab sofort keine Palmölprodukte aus Raubbau mehr verkauft und sich von seinem Lieferanten Wilmar trennt.“ Kontakt:  ROBIN WOOD, Peter Gerhardt, 01577 / 78 288 25, Ute Bertrand, 0171 / 835 95 15 Rettet den Regenwald, Christiane Zander, 0170 / 96 66 431 Für Interviews mit Mitgliedern der indonesischen Reise-Delegation können Sie sich gern an uns wenden.Ein aktuelles Interview mit Bidin sowie viele weitere Infos finden Sie auf den Homepages von Rettet den Regenwald und ROBIN WOOD: www.regenwald.org und www.robinwood.de/palmoel Das Filmmaterial stellen wir Ihnen auf Anfrage gern zur Verfügung.   Rettet den Regenwald e. V. Jupiterweg 15 22391 Hamburg 040 4103804 info@regenwald.org http://www.regenwald.org Facebook: http://www.facebook.com/rettetdenregenwald Twitter: http://twitter.com/RettetRegenwald

Auch Nestlé ist beteiligt.

Ulrike Herrmann spricht auf der „Grünen Denkfabrik“

Und was gibt die Taz-Frau für Wirtschaft und Finanzen der Veranstalterin zu denken? Gerade das grüne Wahlvolk hat in seiner Mehrheit einen überdurchschnittlich hohen Ressourcenverbrauch zu verantworten. Das fängt mit dem täglichen Duschen an und geht dann über besonders geräumige Wohnungen und Familienkutschen, (letzere mit „Hybrid-Ökoplazebo“), bis zur jährlichen Flugreise. Únd gerade deshalb müssen die Grünen den Mut aufbringen, besonders auch den „Besserverdienenden“ innerhalb ihres „Wählerpotenzials“ zu sagen, dass eine Wohlfühlstrategie des „qualitativen Wachstums“  allein nicht reichen wird und man auch über „Verzicht“ wird reden müssen.

Konkret: Man wird nicht darum herum kommen, eine neue Debatte um eine Ökosteuer zu führen, die ihren Namen auch verdient, und also so hoch ist, dass sie auch eine entsprechend große Lenkungswirkung hat. (Wobei natürlich die Einnahmen auch einen angemessenen sozialen Ausgleich finanzieren müssen) Und: die Grünen müssen ihre „Steuersünden“ aus der Schröderregierung revidieren, mit denen sie die Reichen und Superreichen entlastet und die über 50 Milliarden Euro gekostet haben. Sie müssen an die großen Vermögen ran – zum Beispiel über eine Reform der Erbschaftssteuer.

Und weils so schön war, gleich noch einen zweiten – auch ganz wunderbaren – Vortrag. Es spricht der Soziologe Stephan Lessenich.

(Etwas irritieren fand ich die Ankündigung von Seiten der Veranstalterin, dass nach „der Nachhaltigkeit“ nun „das Soziale“ thematisiert würde. Wüßte gern, ob diese offensichtliche Schwäche im Verständnis dessen, was „nachhaltige Entwicklung“ im Kern ausmacht, später ein Thema war auf dieser Tagung.)

Klimalügendetektor berichtet über umstrittene Ökostromwerbung mit bezahten Bloggern

Entega: Klimakampagne mit bezahlten Bloggern

Der Markt für Ökostrom ist mittlerweile hart umkämpft. Fast 200 Anbieter mit mehr als 350 verschiedenen „Ökostrom“-Produkten buhlen laut einer aktuellen Umfrage um Kundschaft. Zu denen, die am lautesten klappern, gehört Entega. Das ist die Vertriebstochter des südhessischen Regionalversorgers HSE und nach eigenen Angaben Deutschlands zweitgrößter Ökostrom-Lieferant (40 Prozent an der HSE aber hält noch der Atom- und Kohleriese Eon).

WEITER

Und was bringt der utopistische Klick auf Entega?

Und was bringt die Taz vom 12. und 13.12.11?

A) BAD NEWS

1.)Schätzungen der UN: Mehr als 5.000 Todesopfer in Syrien nach neun Monaten Protest. Eine UN-Resolution scheiterte bislang am Veto Chinas und Russlands.

2..) Lebenserwartung in Deutschland – Wer wenig verdient, ist früher tot. Die Deutschen werden immer älter. Mit einer Ausnahme: Die Lebenserwartung von Niedriglohnempfängern sank in der letzten Dekade um zwei, im Osten sogar um vier Jahre.

3.) Expertengremium auf Koalitionskurs -FDP will Umweltrat kontrollieren  (Vom 12.11:10) In einem internen Papier beschreiben die Liberalen, wie sie den Sachverständigenrat für Umweltfragen unter Regierungskontrolle bringen wollen.

4.) Banken päppeln, Staaten strafen (Vom 12.12.11) Wie sehr Ideologie das Hirn vernebeln kann, zeigt sich bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Denn sie sieht überhaupt kein Problem darin, die Banken mit Geld zu fluten. Diese dürfen sich jetzt für drei Jahre zu einem Zins von nur einem Prozent verschulden. Die Banken bekommen diese Kredite also geschenkt, denn die Inflation liegt bekanntlich deutlich höher – aktuell bei 2,4 Prozent. Aber wehe, ein Staat will Geld von der Europäischen Zentralbank! Nein, das geht gar nicht. Stattdessen müssen sich die Euroländer auf dem freien Markt finanzieren – auch wenn sie dort wie Italien Zinsen von mörderischen 6 Prozent zahlen.

B) BEMERKENSWERT

Stefan Rahmstorf über Durban -„Am deutschen Modell hängt sehr viel“ (Vom 12.11:10) Die Beschlüsse der Klimakonferenz taugen nicht, um die Erderwärmung einzudämmen, sagt der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf. Er hofft auf St

Und was bringt die Taz am 10./11. 12.11?

A) BEMERKENSWERT

1.) Menschenrechtsexperte zur Polizeiausbildung:“Es fehlt der Fokus auf Hass als Motiv“ Deutschen Polizisten fehlt häufig die Sensibilität für Straftaten, die aus Hass begangen wurden, sagt der Menschenrechtsexperte Williamson. Ihre Ausbildung müsse sich ändern.

2.) Gefälligkeitsgutachten für Atomlobby – Humboldt-Uni verschleppt Aufklärung Bei der Aufklärung der Affäre um ein Gefälligkeitsgutachten für die Atomlobby lässt sich die Humboldt-Uni Zeit. Kritiker vermuten als Grund den Exzellenzwettbewerb.

3.) Klimaschutz lieber selbst machen Durban: Gemessen am Möglichen ein Erfolg, gemessen am Nötigen unzureichend.

B) NOT SO BAD

Demonstration in Moskau -„Neujahr ohne Putin“ Rund 50.000 demonstrierten in Moskau gegen die Wahlfälschungen. Protest gab es auch in anderen Städten Russlands. Die Opposition spricht von einem „Moment des Umbruchs“.