POSITIONEN

Wofür ich stehe, …

was in meinen Augen schief läuft und worauf das hinauslaufen könnte – oder sollte, was an Neuem vielleicht ginge oder keinesfalls geht oder auch was (wen?) in die Lage versetzen sollte, was (?) zu tun bzw. als ein vernünftiges Ziel des Tuns zu bestimmen, sei hier nach und nach zusammengefasst.

Alles in allem: ich betrachte das gesellschaftliche Sein als fortgesetztes Werden seiner historisch gewachsenen Potenziale (durchaus widersprüchlicher Art) und sehe mich in so fern mit Marx im Grünen, wenn ich betone, kein von – vermeintlich – ewig gültigen  „Werten“ geleiteter Anti-Kapitalist zu sein. Mich interessieren Potenziale einer ökohumanistischen Transformation des kapitalistischen (sehr ungleichen, weitgehend rücksichtslosen und in seiner Destruktivität nicht beherrschbaren) Füreinaders in ein weltgemeinschaftliches (und als Solches ökologisch rücksichtsvolles) Miteinander freier Weltbürger/innen.

Was kann als Momente eines historischen Prozesses identifiziert werden, in dessen Verlauf sich die (globalisierte) „Gesellschaft selbst“ (Marx), die Bestimmungsgewalt über die Entwicklung und Anwendung der Mittel ihres Füreinanders, (= ihrer weltgesellschaftlichen Arbeitsteilung) aneignet?  Wie löst sich der von Marx konstatierte Widerspruch zwischen dem (welt-)gesellschaftlichen Charakter und der privaten bzw. nationalstaatlich regulierten (und in so fern nicht unbedingt sozial bzw. weltgesellschaftlich-ökologisch refektierten und bestimmten) Aneignung, bzw.. Entscheidungsfindung in Sachen Entwicklung und Anwendung der dazu  notwendigen Produktionsmittel?

Was bedeuten in dem Zusammenhang die Entwicklung und Anwendung von Mitteln der sozialen bzw. ökohumanistischen Reflektion wie etwa Öko- oder CO2 – Bilanzen, ökologischer Fussabdruck oder Nachhaltigkeitsstrategien auf internationaler, nationaler regionaler oder lokaler Ebene? Was die wachsende Reflektion sozialer Grundlagen von „Gemeingütern“  in bzw. mit der Commons-Bewegung?

Was macht menschliche „Produktivkräfte“ zu Mitteln oder auch zu Beweggründen sozialer Emanzipation – aus dem unbeherrschbaren Weltwirtschaften vereinzelter Einzelner (Unternehmen, (un-)abhängig Beschäftigte, Konsumierende, Wissenschaft Treibende), die mehr oder weniger nur ihren eigenen privaten Vorteil zu verantworten haben? Welcherart (globale) „Produktionsverhältnisse“ könnten diese Potenziale grüner Mitmenschwerdung (bzw. grünen Menschheitswerdung) zur Entfaltung nötigen?

Eine sinnvolle Beantwortung dieser Fragen macht es m.E. notwendig, eine Art „ökohumanistisches Verständnis“ dessen zu entwickeln, was „Produktivräfte“ und „Produktionsverhältnissen“ sind bzw. werden können und wie sie miteinander in (Wechsel-) Beziehung stehen – könnten bzw. sollten. Zentral könnte dabei eine Betrachtung der menschlchen Produktionsbeziehungen als Rechtfertigungsbeziehungen sein. (Und ich bin gespannt, welche Inspirationen die von mir grad erworbene „Kritik der Rechtfertigungsverhältnisse“ von Rainer Forst in der Richtung bringen wird.)

Schließlich sind unsere menschlichen Behauptungsbedingungen Behauptungsbedingungen im doppelten Sinne: Wie wir uns behaupten, hängt immer auch vom Erfolg dessen ab, was wir behaupten – und wie bzw. ob das gelingt.  Entweder repressiv, Ausbeutung rechtferttigend, regressiv-illusionär, manipulierend oder eben im freien Diskurs. Die seiner Art gerechte Haltung des Menschen ist sein aufrechter Gang, also die Möglichkeit, für das eigene Tun jederzeit gerade stehen zu können.

Mosaikstenchen

Ja, auch meine Positionen entwickeln sich mosaikartig. Nicht selten aus der Negation bzw. In-Frage-Stellung von Positionen heraus, wie ich sie  in den Weiten des Internets vorfinde und mehr oder weniger launig kommentierte.

Auf einiges davon soll an dieser Stelle hingewiesen werden.

Da wäre z.B. die Frage der vermeintlichen „Bedürfnisvergessenheit des Kapitalismus“, die ich oft sehr einseitig und in einer sehr moralistischen Weise angeklagt finde, wobei die Probleme der „kapitalistisch entfremdeten“ Form der Bedürfnisentwicklung und -befriedigung (bzw. Nichtbefriedigung und vor allem der Notwendigkeit, diese „Entfremdung“ in einer höherwertigeren Form der Vergesellschaftung aufzuheben) m.E. nicht adequat gesehen und deshal auch nicht vernünftig (genug) angegangen werden.

Hier einige der Mosaiksteinchen:

http://keimform.de/2011/commons-als-grundlage-einer-neuen-produktionsweise/#comment-21357

http://oekohumanismus.wordpress.com/fetischbegriff-bedarf/

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