Und was bringt die Taz neues?

A) BEMERKENSWERT

1.) Umweltbilanz von Elektroautos – Öko nur gegen Aufpreis (30.1.12) Der Opel Ampera ist das erste deutsche Elektroauto für den Alltag. Ein neus Gutachten zeigt aber: Ohne Ökostrom sind Elektroautos eine Klimabelastung.

2.) Boykott jüdischer Geschäfte im NS-Regime – Verraten und verkauft (30.1.12) Moderner Antisemitismus hat verschiedene Ursachen und folgt bestimmten Mechanismen – es wird nicht mehr religiös argumentiert. Welche sind das und wie wirken sie?

3.) Die Angst der Bundesregierung vor den Akten – 20 Jahre Vorzensur (30.1.12) Das Stasiunterlagen-Gesetz (StUG) wird nach 20 Jahren als großer Erfolg gefeiert. In Wahrheit ist es ein fauler Kompromiss zwischen Aktenöffnung und Staatsräson. Denn die Regierung Kohl hatte seinerzeit viel zu verbergen.

4-) Weltsozialforum in Porto Alegre – Gemeingüter als dritter Weg (29.1.12) In Porto Alegre wird der Diskurs über die „Commons“ zum globalisierungskritischen Mainstream. Zwischen Markt und Staat soll sie zur dritten Alternative werden.

Anm. hh: Nunja, Herstellung, Gestaltung und Verteidigung von Brauchbarem „dem Zugriff der Märkte entziehen“ als Alternative zur angefeindeten „Green Economy“ auszugeben, dürfte nicht mehr einbringen, als sich soziologische Nischen als „die“ gesellschaftliche Persektive zurecht zu träumen. Die bräuchte wohl eher ein intelligentes Zusammenspiel von Green Economy und Inseln gemeinsamer Verantwortung.

B) BAD NEWS

1.) Syrische Rebellen unter Druck – Assad-Truppen machen Boden gut (30.1.12) Syrische Regierungstruppen haben Außenbezirke von Damaskus zurückerobert. Laut Aktivsten gehen die Truppen von Präsident Assad von Haus zu Haus und nehmen Menschen fest.

2.) Überwachung von Linke-Abgeordneten – Die Hälfte der Fraktion wird verdächtigt (29.1.12) Parteichef Ernst zufolge sollen nicht 27 sondern mindestens 42 Abgeordnete der Linkspartei vom Verfassungsschutz überwacht worden sein.

C) NOT SO BAD

 1.) Verfassungsschutz im Fernsehen vorgeführt – Vom Blockwart zum Antifaschisten (30.1.12)  Dass im öffentlich-rechtlichen Fernsehen der Verfassungsschutz ausgelacht wird, wäre vor den Nazi-Morden undenkbar gewesen. Nun passiert es bei Günther Jauch.

Anm. hh: Leider ist in dem Artikel nichts über die Lacherfolge des CSU-Generalsekretär Dobrindt zu erfahren, der einen Verbotsantrag gegen die Linke ins Spiel brachte.

„Ich denke, wir sollten alle Anstrengungen unternehmen, dass wir mittelfristig auch zu einem Verbotsverfahren kommen.“

Quelle: Spiegel-online vom 30.1.12

Sollte dem Publikum sein Lachen im Halse stecken geblieben sein? Vielleicht stellte sich so etwas wie eine Ahnung der Möglichkeit ein, dass hier gar kein „politischer Quartalsirrer“ (Ramelow) oder „Politclown“ (der Tagesspiegel) unfreiwillige Saire darbot, sondern sich nach Köhler mal wieder einer vom Schwarzen Block.der Regierigen verplappert und unfreiwillig das ausgesprochen hat, was man sich in diesen Kreisen so an strategischem Zeugs durch den Kopf gehen lässt – für irgend welche künftigen Occopy-Capitalism-Zeiten?

2.) Interview zur Urbanen Landwirtschaft -„Gewächshäuser und Dachgärten“ (28.1.12) Berlin könnte viel mehr Obst und Gemüse direkt in der Stadt ernten, sagt der Forscher Axel Dierich. Doch der Senat zeige zu wenig Engagement

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