Ulrike Herrmann spricht auf der „Grünen Denkfabrik“

Und was gibt die Taz-Frau für Wirtschaft und Finanzen der Veranstalterin zu denken? Gerade das grüne Wahlvolk hat in seiner Mehrheit einen überdurchschnittlich hohen Ressourcenverbrauch zu verantworten. Das fängt mit dem täglichen Duschen an und geht dann über besonders geräumige Wohnungen und Familienkutschen, (letzere mit „Hybrid-Ökoplazebo“), bis zur jährlichen Flugreise. Únd gerade deshalb müssen die Grünen den Mut aufbringen, besonders auch den „Besserverdienenden“ innerhalb ihres „Wählerpotenzials“ zu sagen, dass eine Wohlfühlstrategie des „qualitativen Wachstums“  allein nicht reichen wird und man auch über „Verzicht“ wird reden müssen.

Konkret: Man wird nicht darum herum kommen, eine neue Debatte um eine Ökosteuer zu führen, die ihren Namen auch verdient, und also so hoch ist, dass sie auch eine entsprechend große Lenkungswirkung hat. (Wobei natürlich die Einnahmen auch einen angemessenen sozialen Ausgleich finanzieren müssen) Und: die Grünen müssen ihre „Steuersünden“ aus der Schröderregierung revidieren, mit denen sie die Reichen und Superreichen entlastet und die über 50 Milliarden Euro gekostet haben. Sie müssen an die großen Vermögen ran – zum Beispiel über eine Reform der Erbschaftssteuer.

Und weils so schön war, gleich noch einen zweiten – auch ganz wunderbaren – Vortrag. Es spricht der Soziologe Stephan Lessenich.

(Etwas irritieren fand ich die Ankündigung von Seiten der Veranstalterin, dass nach „der Nachhaltigkeit“ nun „das Soziale“ thematisiert würde. Wüßte gern, ob diese offensichtliche Schwäche im Verständnis dessen, was „nachhaltige Entwicklung“ im Kern ausmacht, später ein Thema war auf dieser Tagung.)