Die erwachende Einsicht, daß die bestehenden gesellschaftlichen Einrichtungen unvernünftig und ungerecht sind, daß Vernunft Unsinn, Wohltat Plage geworden, ist nur ein Anzeichen davon, daß in den Produktionsmethoden und Austauschformen in aller Stille Veränderungen vor sich gegangen sind, zu denen die auf frühere ökonomische Bedingungen zugeschnittne gesellschaftliche Ordnung nicht mehr stimmt.
Engels: Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft, MEW Bd. 19, S. 210
In der Entwicklung der Produktivkräfte tritt eine Stufe ein, auf welcher Produktionskräfte und Verkehrsmittel hervorgerufen werden, welche unter den bestehenden Verhältnissen nur Unheil anrichten, welche keine Produktionskräfte mehr sind, sondern Destruktionskräfte (Maschinerie, Geld)…
Marx/Engels: Die deutsche Ideologie. MEW Bd. 3, S. 69
Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.
Die dem Kreditsystem immanenten doppelseitigen Charaktere: einerseits die Triebfeder der kapitalistischen Produktion, Bereicherung durch Ausbeutung fremder Arbeit, zum reinsten und kolossalsten Spiel- und Schwindelsystem zu entwickeln und die Zahl der den gesellschaftlichen Reichtum ausbeutenden Wenigen immer mehr zu beschränken; andrerseits aber die Übergangsform zu einer neuen Produktionsweise zu bilden, – diese Doppelseitigkeit ist es, die den Hauptverkündern des Kredits von Law bis Isaak Péreire ihren angenehmen Mischcharakter von Schwindler und Prophet gibt.
Marx: Das Kapital, MEW Bd. 25, S. 457
Man kann sich aussuchen, was mehr Erschrecken auslöst: Die Kernschmelze des globalen Bankensystems, die horrenden Kosten der Rettungsversuche und die Negativfolgen für Investitionen, Beschäftigung und Einkommen in der „Realwirtschaft“, der zunehmende Hunger in der Welt … oder der Temperaturanstieg in der Antarktis um 5° Celsius in diesem bemerkenswerten Jahr 2008
Zur Rettung der Spekulanten haben die Industriestaaten binnen eines halben Jahres 45-mal so viel Geld mobilisiert, wie bislang zur Armutsbekämpfung und für den Klimaschutz insgesamt ausgegeben worden ist
Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von „Brot für die Welt“, am 19. 03.2009 Berlin. Quelle: Taz vom 19.03.09
„… ich sags mal marxistisch: Jede Übertreibung schafft sich ihre Antithese.“
Nach Kohls geistig moralischem Verwenden und dem rot-grünen Purzelbaum in Richtung Russisch Öl und Öko-Siemens droht nun neu-nationales Dichten und Denken auf Schwarzgeldniveau:
„Wir führen Deutschland in Bildung, Wissenschaft und Forschung an die Weltspitze, um kommenden Generationen ein Leben in Wohlstand, Gerechtigkeit und Sicherheit zu ermöglichen. So wollen wir mit neuem Denken die Zukunft gestalten“
„Entwicklungspolitische Entscheidungen müssen die Interessen der deutschen Wirtschaft, insbesondere des Mittelstandes, angemessen berücksichtigen. (…) Die Entscheidungsverfahren für die Garantien für Exportkredite, Investitionen und ungebundene Finanzkredite werden beschleunigt und vorrangig an der Sicherung des Standortes Deutschland und der Förderung von Wirtschaft und Beschäftigung im Inland ausgerichtet.„
Koalitionsvertrag S. 56
„Es bleibt bei der verantwortungsbewussten Genehmigungspolitik für die Ausfuhr von Rüstungsgütern. (…) Bürokratische Hemmnisse werden abgebaut und die Verfahren beschleunigt.“
„Wir setzen uns dafür ein, dass energieintensive Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb Nachteile befürchten müssen, weiterhin von der Versteigerung der Emissionsrechte ausgenommen bleiben.“
Siehe auch den Kommentar zum energiepolitischen Teil des Koalitionssvertrag von Hans-Josef Fell, MdB und Sprecher für Energie der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen bei photovoltaik-guide.de
Längere AKW-Laufzeiten, neue Kohlekraftwerke und Ausbau der Erneuerbaren Energien passen nicht zusammen. Es ist eine Mogelpackung zu Lasten des Klimas, zu Lasten des Wettbewerbs und zu Lasten der Energieverbraucher.
Mal ein gutes Zeitzeichen: Eine Politologin bekommt den Wirtschafts-Nobelpreis, die dem neoliberalen „Tragik der Allmende“ Dogma, (das stets private, also nicht sozial vermittelte Aneignung voraussetzt, als wäre das ein Naturgesetz), mittels interdisziplinärer Forschung (mit öko-anthropologischen und psychologischen Ansätzen) Substanzielles entgegen setzt. Wunderbar! Dass sich die sozialdemokratisch-keynsianistische FR enttäuscht zeigt, sagt möglicherweise mehr über den Kritiker (den ansonsten geschätzten Robert Heusinger) aus als über die als „harmlos“ geschmähte Elinor Ostrom.
Ententfremdung: Die Gesellschaft beginnt, sich Gedanken über
ihre Produktionsmittel zu machen. Wer sollte über
deren Entwicklung und Einsatz (zu welchem Zweck)
wie entscheiden?
Als ein Prozess sozialer Emanzipation innerhalb der gegebenen Verhältnisse sehe ich (Öko-) Sozialismus als sukzessive Entwicklung und Verallgemeinerung der Möglichkeit, Zwecke und Mittel menschlicher Bereicherung in einer Weise miteinander abzustimmen, dass die sozialen und ökologischen Voraussetzungen und Wirkungen der Produktion in die Entscheidung einbezogen werden müssen.
Bevor eine als solche handlungsfähige menschliche Weltgemeinschaft geschaffen und diese Befähigung damit der weltweit vorherrschende soziale Prozess werden kann, geschieht sie notgedrungen ökokapitalistisch gebremst, sehr widersprüchlich und nimmt oft paradoxe Formen an.
So kann z.B. Greenwashing durchaus zum Moment des Fortschritts sozialer Emanzipation werden, wenn, oder besser in so weit es gelingt, gegenüber einer breiten Öffentlichkeit die Unterschiede zwischen wirklichen Fortschritten in der umweltbewussten Gestaltung und bloßen Wortschritten, die über den größten Teil der Wirklichkeit nur hinwegtäuschen, aufzudecken.
Weil sich Greenwasher immerhin dazu genötigt sehen,sich zu einer umweltbewussten bzw. menschenwürdigen Produktion und Produktgestaltung zu bekennen, sind sie auch genötigt, sich gegenüber Vorwürfen der Irreführung zu rechtfertigen und für ihr gesamtes Handeln gerade stehen zu müssen
In dem Sinne sollen hier nach und nach einige Beispiele des Greenwashing zusammengetragen werden.
Die in meinem Leserkommentar zur Focus-Online Ausgabe enthaltene Aufforderung, in der Berichterstattung über das Artensterben, die Erkenntnis, dass „der Mensch“ Schuld sei, zu spezifizieren und in der Angelegenheit mehr (Öko-) Sozialismus zu wagen, deutete die Onlineredaktion als „Verstoß gegen die Netiquette“ und spülte den Kommentar lieber in den Lokus, als ihn zu veröffentlichen.
Dass das Thema Artensterben nun auch beim Focus im Fokus steht, ist natürlich zu begrüßen. Der Lesermeinungsfilter der Online Redaktion zeigt allerdings, auf welche Behauptungsverhältnisse hier zuerst Rücksicht genommen wird. Kapitalismus macht die Menschwerdung des Affen ganz schön kompliziert .
Ihr Beitrag: „Der Mensch ist Schuld“ wurde von uns nach Prüfung durch einen Administrator nicht veröffentlicht.
Die Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben können, entnehmen Sie bitte unserer Netiquette:
http://www.focus.de/community/netiquette
Eine Erläuterung der Ablehnung ist aus personellen und zeitlichen Gründen nicht möglich.
Und hier nun der Verstoß gegen die Focus Etiquette:
Der Mensch ist Schuld
Wenn, wie sie schreiben, der Mensch Schuld am bedrohlichen Artensterben in Ozeanien und anderswo ist, dann wäre es gut auch zu erfahren, wie der Mensch das genau anstellt und was der Mensch tun könnte, um seinem Treiben Einhalt zu gebieten. Immerhin kann der Mensch im Gegensatz zur Ziege, die ihre Umwelt auch ganz gut veröden kann, die Folgen seines Tuns antizipieren. Das hatte schon Engels in seinem Aufsatz über die Menschwerdung des Affen vermerkte wie auch, dass Menschwerdung heißt, Verhältnisse zu schaffen, die den Menschen ein anderes Verhalten ermöglichen. In dem Sinne, wäre es auch im Focus an der Zeit, eine Idee mehr (Öko-) Sozialismus zu wagen . Das wäre dann zwar ein relativ kleiner Schritt für die Menschheit, aber für den Fokus doch ein gewaltiger Fortschritt.
Ein neuer Kommentar (selbstzenziert) hat nun Hürde genommen. Nicht netiquett war offenbar vor allem die Aufforderung, mehr (Öko-) Sozialismus zu wagen .
Gut, dass das Artensterben nun auch beim Focus im Fokus steht. Wenn allerdings, wie sie schreiben, „der Mensch“ Schuld am bedrohlichen Artensterben in Ozeanien und anderswo ist, dann wäre es gut zu erfahren, wie der Mensch es anstellt, seinem Treiben Einhalt zu gebieten. Immerhin kann er im Gegensatz zur Ziege, die ihre Umwelt auch ganz gut veröden kann, die Folgen seines Tuns antizipieren. Das hatte schon Engels in seinem Aufsatz über die Menschwerdung des Affen vermerkt, wie auch, dass eine der menschlichen Art gerechte Haltung sei, Verhältnisse zu schaffen, die den Menschen ein anderes Verhalten ermöglichen.
Wer Marx hinterm Mond sucht, wird vor allem auf der dunklen Seite fündig. Projektor an: der alte Film mit den gewohnten Vorurteilen wird abgespult. Ein paar Erinnerungsfotos! Wow! Der philosophische Beweis ist erbracht: Marxisten leben hinterm Mond, haben sich als wahre Herren der Finsternis erwiesen und sind sehr, sehr böse.
Für Marx beginnt Kapitalismus fälschlicherweise mit Landdiebstahl. Darauf baut er eine Theorie der Erbsünde auf mit deren Hilfe dann später zurückgeklaut werden soll! Das geschieht auch inzwischen. Der Staat und von ihm ernährte Schmarotzer klauen den Produktiven (produktive Arbeiter, Bestsellerautoren und Unternehmer) ihr wohlverdientes Geld. Sie haben einen Semisozialismus aufgebaut und enteignen damit die Leistungsstarken. Schuld daran tragen neben den Marxisten professionelle Geldverleiher deren Gier nach Zinsen der Staat befriedigen muss. Aber nicht mehr lange:
Gegen die raffenden „Wissenschaft der nehmenden Hand“ aber gibt es bald die „Revolution der gebenden Hand“. Die gehört den produktiven Arbeitern der Stirn und der Faust sowie den ebenso produktiven Unternehmern. Und diese Hand wird dann schon den Dieben und Schmarotzern (Staatsdiener, Geldverleiher und Erwerbslose) die Hand abschlagen, deren Zwangssteuern abschaffen und dafür ein auf freiwillige Spenden beruhendes Freude-durch-Kraft-System aufbauen, welche dem Privateigentum wieder den ihm gebührenden Respekt zurückgibt, der ihm von Marxisten und gierigen Geldverleihern geraubt worden war.
Was wie Oberlippenbartfantasien aus der Mitte des letzten Jahrhunderts klingt, ist ganz frisch und stammt von niemand anderem als dem prominenten Fernsehphilosoph Peter Sloterdijk.
Ökosteuern versprechen soziale Eingriffe in die Konkurrenzbedingungen privater Akteure und damit ein Stück soziale Steuerung im Rahmen des kapitalistisch Möglichen.
Ist recht still geworden um dieses Instrument. Auch von den Grünen ist kaum etwas in der Richtung zu hören.
Hier sollen Anhaltspunkte für ein „ökosozialistische“ Reflektieren dieser Frage zusammen getragen werden
1)
Tagesspiegel vom 8.6.2009:
China plant Ökosteuer
Unternehmen sollen für Umweltverschmutzung in China zahlen. Die chinesische Regierung fördert zudem umweltfreundliche Projekte.
Global Umweltschutzziele festlegen, nach den lokal besten Aufwand-Nutzen Relationen schauen und die Umweltschutzmittel dort einsetzen, wo sie den größtmöglichen Nutzen bringen! Klingt wie ökosozialistisches Ressourcenmanagement, ist aber als Verschmutzungsrecht-Handel das ökokapitalistische Mittel der Wahl: